Kurz erklärt: Auswahl und Bestellung
Strahlmittel im Autohaus: Kupferschlacke 0,2–0,5 mm für Stahlfelgen, Reparaturbleche und punktuelle Rostnester an Schwellern und Radläufen, 0,2–0,8 mm für Bremsträger, Halter, Anhängerkupplungen und Fahrwerksteile; Aluminiumfelgen und Chrom nicht mit Kupferschlacke strahlen.
- Materialbedarf: Eine Stahlfelge braucht im Freistrahlen nach Herstellertabellen (40–58 kg je m² Schlacke auf Stahl) etwa einen Sack mit 25 kg, ein Satz drei bis vier Säcke; in der Strahlkabine mit Rückführung ein bis zwei Säcke für den Satz.
- Eine eigene Strahlecke lohnt sich bei regelmäßigem Bedarf an Kleinteilen und Felgen; Rahmen, große Flächen und Pulverbeschichtung übernimmt meist ein Lohnstrahler oder Beschichter, der Strahlen und Beschichten aus einer Hand anbietet.
Unser Strahlmittel ist Kupferschlacke nach DIN EN ISO 11126-3 – scharfkantig, Mohs 6–7, laut technischem Datenblatt mit höchstens 1 % freier kristalliner Kieselsäure und höchstens 0,0025 % wasserlöslichen Chloriden. Für Stahl und Guss ist es gemacht, für Aluminiumfelgen, Alu-Anbauteile, Chrom und Edelstahl laut Datenblatt nicht, wenn Eisenkontamination vermieden werden muss – für Alu-Felgen braucht die Kabine eine eigene Füllung mit Edelkorund oder Glasperlen. Packungen: 5 kg 12,99 €, 10 kg 14,99 €, 15 kg 17,99 €, 25 kg 21,49 € (0,86 €/kg), DHL-Lieferung innerhalb Deutschlands inklusive, Zahlung per PayPal oder Überweisung.
Typische Aufgaben im Autohaus
Gebrauchtwagen mit Rost an Schwellern, Radläufen oder Türunterkanten, Winterräder auf Stahlfelgen mit Bremsstaub und Rostrand, Bremsträger und Halter beim Bremsenservice, Anhängerkupplungen, Reserveradmulden und Unterbodenteile vor der Hauptuntersuchung: Das sind die Teile, die im Autohaus gestrahlt werden. Wichtig ist die Grenze: Am Kundenfahrzeug werden sichtbare Karosserieflächen nicht großflächig gestrahlt, sondern nur punktuell an Rostnestern, mit feiner Körnung und wenig Druck, damit sich das dünne Blech nicht verzieht – die Fläche wird anschließend vom Lackierer aufgebaut. Fahrwerks- und Kleinteile laufen ausgebaut in der Kabine, nicht am Fahrzeug.
Felgen und Anbauteile für den Wiederverkauf aufbereiten
Stahlfelgen mit Rostrand, abgeplatztem Lack und Bremsstaub verkaufen sich schlecht. Gestrahlt mit 0,2–0,5 mm (Nasslack) oder 0,2–0,8 mm (alte Pulverbeschichtung), danach grundiert und lackiert oder zum Pulverbeschichter gegeben, sind sie wieder verkaufsfertig. Reifen, Ventile und Auswuchtgewichte kommen vorher ab, Ventillöcher und Radlagerflächen werden abgedeckt. Im Freistrahlen braucht eine Felge nach Herstellertabellen für Schlacke auf Stahl (40–58 kg je m² mit 6-mm-Düse, Schmidt Sandstrahltechnik, Hintergrundwissen 2026) etwa einen Sack mit 25 kg, in der Kabine deutlich weniger. Aluminiumfelgen gehören nicht unter Kupferschlacke, weil eingeschlagene Eisenpartikel unter dem neuen Lack zu Rostpunkten werden.
Eigene Strahlecke oder Lohnstrahler
Eine Strahlkabine mit Absaugung lohnt sich, wenn regelmäßig Kleinteile, Halter und Felgen anfallen: Das Korn läuft mehrfach um, eine Füllung mit 10 bis 25 kg reicht lange, und die Teile sind am selben Tag fertig. Für Rahmen, große Flächen und komplette Felgensätze vor dem Pulvern ist der Lohnstrahler oder ein Beschichter mit eigener Strahlanlage meist wirtschaftlicher, weil er Strahlen und Beschichten aus einer Hand liefert und die Verantwortung für die Haftung übernimmt. Wer selbst vorbereitet, klärt vorher mit dem Beschichter, welchen Reinheitsgrad er erwartet – meist Sa 2½ nach DIN EN ISO 8501-1 – und ob er fremdgestrahlte Teile annimmt.
Ablauf und Staub in der Autohaus-Werkstatt
Die Strahlecke gehört weg von Showroom, Annahme, Lackierbereich und Elektronik-Diagnose: Strahlstaub zieht überall hin. Die Kabine braucht eine funktionierende Absaugung und saubere Filter, der Kompressor trockene Luft – Wasser im Korn verstopft Pistole und Düse. Für Strahlarbeiten sind nach DGUV Regel 100-500 (Kapitel 2.24, Abschnitt 3.3.1) Atemschutzgeräte vorgeschrieben, auch beim Befüllen und Entleeren der Kabine; die TRGS 559 gehört für mineralischen Staub in die Gefährdungsbeurteilung. Gestrahlte Teile werden abgeblasen, entfettet und am selben Tag grundiert, weil blanker Stahl in feuchter Luft innerhalb von Stunden anrostet. Verbrauchtes Korn ist Abfall nach AVV 12 01 17, mit Bleilack oder anderen gefährlichen Stoffen 12 01 16*.
Strahlmittel im Autohaus beschaffen
Für die Kabinenfüllung genügt eine Körnung: 0,2–0,5 mm, wenn vor allem Felgen und Bleche laufen, 0,2–0,8 mm, wenn Fahrwerk und Guss überwiegen. Ein Sack mit 25 kg kostet 21,49 € (0,86 €/kg), kleinere Packungen 5 kg 12,99 €, 10 kg 14,99 € und 15 kg 17,99 €, jeweils mit DHL-Versand innerhalb Deutschlands. Lieferung in der Regel 2–5 Werktage nach Zahlungseingang, Zahlung per PayPal oder Überweisung, keine Abholung. Für den ersten Test zwei Körnungen in kleinen Packungen bestellen; die zweite und dritte Packung kosten 30 % weniger, wenn alle zusammen in ein Paket bis 25 kg passen. Das technische Datenblatt steht als PDF für die Betriebsdokumentation bereit.
Youngtimer und Oldtimer im Autohaus
Viele Autohäuser nehmen ältere Fahrzeuge in Zahlung oder betreuen Kundenfahrzeuge, die über die Jahre zu Youngtimern werden. Hier wird häufiger gestrahlt: Halter, Fahrwerksteile, Stoßstangenträger und Reparaturbleche bekommen in der Kabine wieder blanken Stahl, bevor sie konserviert oder lackiert werden. Bei originalen Teilen zählt Substanzerhalt – feine Körnung, wenig Druck, erst eine Probefläche. Chromstoßstangen, Zierleisten und Alu-Teile bleiben außen vor. Wer tiefer in Restaurierung einsteigt, findet auf den Seiten zur Oldtimer-Restaurierung und zu Oldtimer-Autoteilen die Zuordnung von Teil zu Körnung.