Kurz erklärt: Auswahl und Bestellung
LKW strahlen: Leiterrahmen, Achsen, Federpakete und Kipperaufbauten aus Stahl mit Kupferschlacke 0,2–1,4 mm (6-mm-Düse) oder 0,5–1,4 mm bis 0,5–2,0 mm (6- bis 8-mm-Düse), Bleche und Bordwände aus Stahl mit 0,2–0,8 mm; Aluminium-Aufbauten und Edelstahl nicht mit Kupferschlacke.
- Luftbedarf bei 6 bar nach Herstellertabelle: 6-mm-Düse etwa 2,05 m³/min, 8-mm-Düse etwa 3,4 m³/min, 9,5-mm-Düse etwa 4,85 m³/min (Schmidt Sandstrahltechnik, Hintergrundwissen 2026) – Fahrgestellarbeiten brauchen einen Baukompressor.
- Verbrauch nach Herstellertabelle für Schlacke auf Stahl: mit 8-mm-Düse 35 kg je m² bei rund 15 m²/h bis Sa 2 und 51 kg je m² bei rund 9 m²/h bis Sa 2½; mit 10-mm-Düse 30 beziehungsweise 46 kg je m².
Kupferschlacke ist ein scharfkantiges Einwegstrahlmittel nach DIN EN ISO 11126-3 (Mohs 6–7, Dichte 2,9 g/cm³, laut technischem Datenblatt höchstens 1 % freie kristalline Kieselsäure und höchstens 0,0025 % wasserlösliche Chloride). Auf dickem Nutzfahrzeugstahl trägt es Rost, Zunder, Altlack und Unterbodenschutzreste schnell ab und hinterlässt ein raues Profil für Grundierung und Korrosionsschutz. Für Aluminium-Aufbauten, Alu-Bordwände, Edelstahltanks und Chrom ist es laut Datenblatt nicht gedacht, wenn Eisenkontamination vermieden werden muss. Wir liefern in Säcken mit 25 kg (21,49 €, 0,86 €/kg) und kleineren Packungen per DHL innerhalb Deutschlands.
LKW-Fahrgestell entrosten: Rahmen, Achsen, Federn
Der Leiterrahmen eines Lkw, Transporters oder Anhängers besteht aus dicken Stahlprofilen, die Schmutz, Salz und Feuchtigkeit über Jahre sammeln. Rost sitzt in Überlappungen, unter Haltern, an Nietverbindungen und in den Innenflächen der Profile. Für Rahmen, Querträger, Achskörper und Federpakete ist 0,2–1,4 mm die Arbeitskörnung, bei dickem Zunder, Blätterrost und alten Teer- oder Bitumenschichten auch 0,5–1,4 mm oder 0,5–2,0 mm. Dicke, weiche Unterbodenschutzschichten werden vorher mit Spachtel, Heißluft oder Hochdruckreiniger grob entfernt – im Strahl verschmieren sie nur. Lager, Bremszylinder, Leitungen, Sensoren, Kabelbäume, Luftfederbälge und Typschilder werden ausgebaut oder dicht abgedeckt; die Fahrzeug-Identifizierungsnummer am Rahmen bleibt unter mehreren Lagen Klebeband lesbar.
Aufbauten, Pritschen und Anhänger
Kipperwannen, Stahlpritschen, Bordwände, Rungen, Zugdeichseln und Anhängerrahmen aus Stahl werden wie das Fahrgestell behandelt: dicke Bleche und Profile mit 0,2–1,4 mm, dünnere Bordwände und Bleche mit 0,2–0,8 mm und etwas weniger Druck, damit sie sich nicht verziehen. Kipperwannen haben oft verschlissene, verschweißte Stellen; das Strahlen zeigt, wo Wandstärke fehlt und Bleche ersetzt werden müssen. Aluminium-Bordwände, Alu-Aufbauten, Edelstahltanks und verzinkte Teile mit intakter Zinkschicht gehören nicht unter Kupferschlacke – Aluminium und Edelstahl wegen möglicher Eisenkontamination, Zink, weil das Korn die Schutzschicht abträgt. Landmaschinen wie Anhänger, Pflüge, Grubber und Frontlader folgen denselben Regeln.
Düse, Luft und Gerät für große Flächen
Die Düse muss mindestens viermal so groß sein wie das größte Korn: 0,2–1,4 mm braucht 6 mm, 0,5–2,0 mm 8 mm. Der Luftbedarf bei 6 bar nach Herstellertabelle: 2,05 m³ pro Minute für 6 mm, 3,4 m³ für 8 mm, 4,85 m³ für 9,5 mm, 6,45 m³ für 11 mm (Schmidt Sandstrahltechnik, Hintergrundwissen 2026). Das schafft kein Werkstattkompressor; für Fahrgestellarbeiten braucht es einen Baukompressor und einen Druckstrahlkessel mit ausreichend großem Schlauch, dazu Wasserabscheider oder Nachkühler, damit das Korn trocken bleibt. Wer nur einen Werkstattkompressor hat, arbeitet mit 0,2–0,8 mm und 4,5-mm-Düse an Einzelteilen und gibt den Rahmen an einen Lohnstrahler.
Verbrauch und Kalkulation
Herstellertabellen nennen für Schlacke auf Stahl im Druckstrahlen: mit 6-mm-Düse 40 kg je m² bei rund 10 m² pro Stunde bis Sa 2 und 58 kg je m² bei rund 5 m² pro Stunde bis Sa 2½; mit 8-mm-Düse 35 kg je m² bei rund 15 m²/h beziehungsweise 51 kg je m² bei rund 9 m²/h; mit 10-mm-Düse 30 beziehungsweise 46 kg je m² (Schmidt Sandstrahltechnik, Hintergrundwissen 2026). Größere Düsen arbeiten also nicht nur schneller, sie brauchen auch weniger Korn je Quadratmeter – wenn die Luft reicht. Ein Lkw-Leiterrahmen hat grob überschlagen schnell 15 bis 20 m² Oberfläche über alle Seiten, ein Tandem-Anhängerrahmen deutlich weniger. Bei 0,86 €/kg kostet das Strahlmittel im Freistrahlen rund 26–50 € je m², je nach Düse und Reinheitsgrad.
Nach dem Strahlen: Korrosionsschutz am Nutzfahrzeug
Gestrahlter Stahl muss am selben Tag geschützt werden, bei großen Rahmen abschnittsweise: strahlen, abblasen, grundieren, dann der nächste Abschnitt. Üblich ist für Nutzfahrzeuge ein Aufbau aus 2K-Epoxid- oder Zinkstaub-Grundierung und einem Decklack nach Angabe des Beschichtungsherstellers; der verlangt in der Regel Reinheitsgrad Sa 2½ nach DIN EN ISO 8501-1. Hohlprofile und Überlappungen bekommen Hohlraumwachs, Unterbodenschutz kommt erst auf die Grundierung. Der niedrige Chloridgehalt der Kupferschlacke (höchstens 0,0025 % laut Datenblatt) ist hier wichtig, denn Salzreste unter der Beschichtung ziehen Feuchtigkeit und unterwandern den Aufbau – bei Fahrzeugen im Winterdienst besonders.
Strahlen im Freien: Staub, Nachbarn, Abfall
Fahrgestellarbeiten finden meist im Freien statt. Der Platz wird mit Planen abgegrenzt, damit sich Korn und Staub auffangen lassen und nicht auf Nachbargrundstücke, Fahrzeuge und in Gullys gelangen. Gestrahlt wird mit dem Wind im Rücken, mit Abstand zu Wohnbebauung; Lärm und Staub können Ärger mit Nachbarn und Behörden bringen, deshalb vorher klären, ob der Platz dafür geeignet ist. Atemschutz ist nach DGUV Regel 100-500 (Kapitel 2.24, Abschnitt 3.3.1) für Strahlarbeiten vorgeschrieben; beim Freistrahlen mit großen Düsen werden üblicherweise Strahlerhelme mit Frischluftversorgung getragen. Verbrauchtes Strahlmittel ist Abfall nach AVV 12 01 17 oder, mit gefährlichen Stoffen wie bleihaltigem Altlack, 12 01 16*.
Bestellung für Nutzfahrzeugarbeiten
Für einen Rahmen werden Säcke mit 25 kg nach Fläche gerechnet: 30–58 kg je m² nach Düse und Reinheitsgrad. Für Einzelteile, Probeflächen und den Vergleich zweier Körnungen gibt es Packungen mit 5, 10 und 15 kg. Wir liefern ausschließlich in Säcken und Packungen per DHL innerhalb Deutschlands, in der Regel 2–5 Werktage nach Zahlungseingang; bei großen Mengen kommen entsprechend viele Pakete. Lager und Versand sind in Prebitz (Oberfranken), eine Abholung bieten wir nicht an. Säcke trocken und abgedeckt lagern – auf der Baustelle nicht direkt auf den Boden und nicht in den Regen.