Was ist Strahlschlacke?
Strahlschlacken entstehen als Nebenprodukte der Metallverhüttung. Beim Erschmelzen von Kupfer, Eisen oder Nickel setzt sich die Schlacke von der Metallschmelze ab und wird abgezogen. Nach Abkühlung und Granulierung entsteht ein hartes, körniges Material mit glasartiger Struktur – das als Strahlmittel eingesetzt wird.
Die drei bekanntesten Strahlschlacken im deutschen Markt sind Kupferschlacke (aus Kupferverhüttung), Hochofenschlacke (aus Eisenverhüttung) und Nickelhüttenschlacke. Kupferschlacke ist nach DIN EN ISO 11126-3 normiert und gilt als die hochwertigste und am besten dokumentierte Variante.
Strahlschlacken im Vergleich
| Schlackentyp | Härte (Mohs) | SiO₂-Gehalt | DIN-Norm | Preis/kg |
|---|---|---|---|---|
| Kupferschlacke | 6–7 | <1 % | DIN EN ISO 11126-3 | €0,86 |
| Hochofenschlacke | 5–6 | 30–40 % | Nicht normiert | ähnlich |
| Nickelhüttenschlacke | 6–7 | ~40 % | DIN EN ISO 11126-7 | ähnlich |
Kupferschlacke ist als einzige Strahlschlacke nach TRGS 559 eindeutig als silikosefreies Strahlmittel eingestuft. Hochofenschlacke kann je nach Herkunft höhere SiO₂-Werte aufweisen – vor dem Einsatz immer das Sicherheitsdatenblatt prüfen.
Chemische Zusammensetzung der Kupferschlacke
Kupferschlacke besteht hauptsächlich aus Eisensilikaten und Aluminosilikaten. Die typische Zusammensetzung nach DIN EN ISO 11126-3:
| Bestandteil | Anteil (typisch) |
|---|---|
| SiO₂ (Siliziumdioxid) | 28–38 % |
| Fe₂O₃ + FeO (Eisenoxide) | 40–55 % |
| Al₂O₃ (Aluminiumoxid) | 3–8 % |
| CaO (Calciumoxid) | 2–6 % |
| Freie Kieselsäure | <1 % (silikosefrei) |
Der entscheidende Unterschied: Zwar enthält Kupferschlacke 28–38 % gebundenes SiO₂, aber nur unter 1 % freie Kieselsäure. Nur freie Kieselsäure verursacht Silikose. Das gebundene SiO₂ in der Glasstruktur ist harmlos.
Körnung und Einsatzgebiete
Kupferschlacke ist in 8 definierten Körnungen erhältlich – ein Vorteil gegenüber weniger standardisierten Schlacken:
- 0,1–0,4 mm / 0,2–0,5 mm: Holz, feine Metalle, historische Oberflächen
- 0,2–0,8 mm: Karosserie, Oldtimer, allgemeine Stahlteile
- 0,2–1,0 mm / 0,5–1,4 mm: Stahl, Korrosionsschutz, Allround
- 0,5–2,0 mm / 1,4–2,8 mm: Beton, Mauerwerk, Fassaden
- 1,4–2,8 mm: Tiefenreinigung Beton, schwerer Rost
Nachhaltigkeitsaspekt: Sekundärrohstoff mit Mehrwert
Kupferschlacke ist ein Industrienebenprodukt, das ohne Strahlmittel-Einsatz deponiert werden müsste. Die Nutzung als Strahlmittel schließt einen Kreislauf in der Kupferindustrie. Gleichzeitig ersetzt es Primärrohstoffe wie Quarzsand oder abgebaute Mineralien. Gebrauchte Kupferschlacke kann im Straßen- und Wegebau weiterverwendet werden – ein weiterer Schritt in der Kreislaufwirtschaft.