Kurz erklärt: Anwendung und Körnung
Strahlmittel für Fassaden und Beton: Kupferschlacke 0,5–1,4 mm raut tragfähigen Beton für Beschichtung oder Putz auf; 0,2–0,8 mm reinigt Beton und Fassadenputz ohne tiefes Profil; 1,4–2,8 mm trägt dicke Altanstriche und Zementhaut von robustem Beton ab; Naturstein und Klinker nur mit 0,2–0,5 mm und niedrigem Druck.
- Düse und Luft: 0,5–1,4 mm braucht eine 6-mm-Düse (Faustregel: Düse mindestens viermal so groß wie das größte Korn), die bei 6 bar etwa 2,05 m³ Luft pro Minute zieht; mit 8 mm sind es rund 3,4 m³/min (Herstellertabelle Schmidt Sandstrahltechnik, Hintergrundwissen 2026).
- Gebinde: 25 kg für 21,49 € (0,86 €/kg), außerdem 5 kg für 12,99 €, 10 kg für 14,99 € und 15 kg für 17,99 €, DHL-Lieferung innerhalb Deutschlands inklusive; ein Sack mit 25 kg reicht für eine aussagekräftige Testfläche, an der sich der tatsächliche Verbrauch je Quadratmeter ablesen lässt.
Kupferschlacke eignet sich für mineralische Flächen, weil das Korn hart (Mohs 6–7) und scharfkantig ist, laut Datenblatt aber höchstens 1 % freie kristalline Kieselsäure enthält. Quarzsand mit seinem hohen Quarzanteil darf nach DGUV Regel 100-500 (Kapitel 2.24, Grenze 2 Gewichtsprozent) nicht als Strahlmittel eingesetzt werden. Für Stahlbeton zählt außerdem der Chloridgehalt: Wasserlösliche Chloride liegen laut Datenblatt bei höchstens 0,0025 %, es wird also kein Chlorid in die Betondeckung eingetragen, das die Bewehrung angreifen könnte. Das Korn ist pH-neutral und als Einwegstrahlmittel gedacht: Nach dem Strahlen bleibt ein Gemisch aus zerbrochener Schlacke, Betonstaub und abgetragenem Anstrich, das trocken gesammelt und über den Entsorger abgegeben wird. Alle Körnungen gibt es in Packungen mit 5, 10, 15 und 25 kg.
Reinigen oder aufrauen: zwei Ziele, zwei Einstellungen
Reinigen heißt, Schmutz, Ruß, Algen, lose Farbe und Ausblühungen zu entfernen, ohne die Oberfläche selbst anzugreifen. Dafür passt 0,2–0,8 mm mit geringem Druck, großem Abstand und flachem Winkel; der Strahl wischt über die Fläche, statt in sie hineinzuarbeiten. Aufrauen heißt, die Zementhaut abzutragen, bis die Gesteinskörnung sichtbar wird, und ein Profil zu schaffen, in das Beschichtung, Reparaturmörtel oder Putz mechanisch greifen. Dafür passt 0,5–1,4 mm mit vollem Arbeitsdruck. Welche Rautiefe und welche Reinheit der nächste Aufbau verlangt, steht im technischen Merkblatt des Beschichtungs- oder Putzherstellers – diese Angabe entscheidet über Körnung und Druck, nicht das Gefühl am Schlauch.
Körnung nach Untergrund
Normalbeton, Betonfertigteile, Stahlbeton und Industrieböden: 0,5–1,4 mm als Startpunkt, 0,5–2,0 mm oder 1,4–2,8 mm, wenn dicke Altbeschichtungen oder eine harte Sinterschicht weg müssen. Putzfassaden, Kalksandstein und Porenbeton: 0,2–0,8 mm mit reduziertem Druck, weil der Untergrund weicher ist als das Korn. Klinker, Ziegel, Sandstein und andere Natursteine: höchstens 0,2–0,5 mm, niedriger Druck, großer Abstand und immer zuerst eine Probefläche – die Brennhaut des Klinkers und die Oberfläche des Steins sind der Witterungsschutz, und was einmal weg ist, kommt nicht zurück. Sichtbeton wird durch Strahlen gleichmäßig matt und rauer; wer die glatte Schalungsoptik erhalten will, strahlt nicht. Polierter Naturstein, Marmor und Terrazzo sind kein Fall für Kupferschlacke.
Düse, Druck und Luftbedarf
Die Düse muss mindestens viermal so groß sein wie das größte Korn: 0,5–1,4 mm läuft durch 6 mm, 0,5–2,0 mm braucht 8 mm, 1,4–2,8 mm eine 12-mm-Düse. Der Luftbedarf wächst mit der Düse – bei 6 bar etwa 2,05 m³ pro Minute für 6 mm, 3,4 m³ für 8 mm und 8,4 m³ für 12,5 mm (Herstellertabelle Schmidt Sandstrahltechnik, Hintergrundwissen 2026). Ein Baukompressor liefert das, ein Werkstattkompressor nicht; wer nur einen kleinen Kompressor hat, nimmt 0,2–0,8 mm mit 4,5-mm-Düse (1,1 m³/min) und plant mehr Zeit ein. Beton verträgt den vollen Arbeitsdruck von 6 bis 7 bar; an Putz, Klinker und Naturstein wird der Druck deutlich gesenkt und zuerst an einer unauffälligen Stelle erprobt.
Altanstrich, Graffiti und Zementhaut
Dispersionsfarbe auf Beton lässt sich meist schichtweise abtragen; Silikat- und Mineralfarben sind mit dem Untergrund verkieselt und gehen nur zusammen mit der obersten Betonschicht ab. Epoxid- und PU-Beschichtungen auf Böden sind zäh und dick – hier braucht es grobes Korn, vollen Druck und Geduld, der Abtrag ist deutlich langsamer als bei Rost auf Stahl. Graffiti sitzt in den Poren; der Strahl muss die Farbe aus der Tiefe holen, ohne eine Mulde in die Fläche zu arbeiten, deshalb in mehreren leichten Durchgängen arbeiten und zwischendurch prüfen. Auf Sichtflächen ist chemischer Graffitientferner mit Heißwasser oft die schonendere Wahl. Anstriche aus der Zeit vor 1990 können Blei oder Chromate enthalten; der Strahlschutt gehört dann getrennt gesammelt zum Entsorger.
Verbrauch planen und Staub kontrollieren
Für Beton gibt es keine Verbrauchstabellen wie für Stahl, weil Festigkeit, Alter und Beschichtung zu stark streuen. Als Orientierung: Herstellertabellen nennen für Schlacke auf Stahl im Druckstrahlen mit 6-mm-Düse 40 kg je m² bis Sa 2 und 58 kg je m² bis Sa 2½; reines Aufrauen von Beton liegt meist darunter, der Abtrag dicker Bodenbeschichtungen kann darüber liegen. Verlässlich ist nur die eigene Probefläche: Ein Sack mit 25 kg auf einem Quadratmeter zeigt, ob das Ziel erreicht ist und was die restliche Fläche kostet. Beim Strahlen von Beton entsteht Staub aus dem Beton selbst, dessen Zuschlag Quarz enthält – Atemschutz ist nach DGUV Regel 100-500 (Kapitel 2.24, Abschnitt 3.3.1) für Strahlarbeiten vorgeschrieben, dazu Augen-, Gehör- und Hautschutz. Arbeitsbereich abplanen, Fenster und Lüftungen der Nachbarn schließen lassen, Fahrzeuge wegstellen. Feuchtstrahlen bindet den Staub; die Schlacke lässt sich auch nass einsetzen, Rückstände dann sofort abspülen.
Stahlbeton, Denkmalschutz und Entsorgung
Wird beim Aufrauen Bewehrung freigelegt, muss sie vor dem neuen Aufbau entrostet und mit einem Korrosionsschutz nach Herstellerangabe versehen werden; dafür ist die Schlacke mit ihrem niedrigen Chloridgehalt das passende Korn, weil kein Salz in die Betondeckung gelangt. An denkmalgeschützten Gebäuden ist das Strahlen genehmigungspflichtig und oft ausgeschlossen – vor der Bestellung mit der Denkmalbehörde klären, nicht danach. Gebrauchtes Strahlmittel ist Abfall: Schlacke, Betonmehl und Farbreste werden trocken in Säcken gesammelt; die Einstufung richtet sich nach dem, was entfernt wurde, und die Abgabe läuft über den Entsorger oder Wertstoffhof. Für die Bestellung gilt: 25-kg-Säcke für Flächen, Packungen mit 5, 10 oder 15 kg für Probeflächen und Kanten; alle Körnungen kosten gleich viel.
Normen & Quellen
Kupferschlacke (Kupferhüttenschlacke) gehört zur Materialgruppe „Copper Refinery Slag“, die in der Norm DIN EN ISO 11126-3 (dinmedia.de) beschrieben ist. Arbeiten mit Strahlmitteln und Staubschutz regelt die TRGS 559 (baua.de). Die Grenze von 2 Gewichtsprozent freier kristalliner Kieselsäure für Strahlmittel und die Pflicht zum Atemschutz bei Strahlarbeiten stehen in der DGUV Regel 100-500, Kapitel 2.24; unser Material liegt laut Datenblatt bei maximal 1 %. Die Reinheitsgrade Sa 1 bis Sa 3 definiert DIN EN ISO 8501-1. Düsen-, Luft- und Verbrauchswerte sind Durchschnittswerte aus Herstellerunterlagen (Schmidt Sandstrahltechnik, Hintergrundwissen 2026) und ersetzen keine Probefläche am eigenen Bauteil.
Welche Körnung zum Beton aufrauen?
0,5–1,4 mm mit 6-mm-Düse und vollem Arbeitsdruck für tragfähigen Beton. Dicke Altbeschichtungen: 0,5–2,0 mm oder 1,4–2,8 mm. Reines Reinigen: 0,2–0,8 mm mit weniger Druck.
Kann ich eine Fassade mit Kupferschlacke reinigen?
Beton- und robuste Putzfassaden ja, mit 0,2–0,8 mm und reduziertem Druck. Klinker, Sandstein und Naturstein nur mit 0,2–0,5 mm, niedrigem Druck und Probefläche; polierter Stein, Marmor und Terrazzo gar nicht.
Wie viel Strahlmittel brauche ich pro Quadratmeter Beton?
Dafür gibt es keine verlässliche Tabelle. Als Obergrenze dienen die Stahlwerte von 40–58 kg je m² mit 6-mm-Düse; Aufrauen braucht meist weniger. Ein Sack mit 25 kg auf einem Probequadratmeter liefert die Zahl für Ihre Fläche.
Ist Kupferschlacke für Stahlbeton unbedenklich?
Laut Datenblatt pH-neutral mit höchstens 0,0025 % wasserlöslichen Chloriden – es wird kein Salz eingetragen, das die Bewehrung angreift. Freigelegte Bewehrung trotzdem entrosten und nach Herstellerangabe schützen.
Welche Packung soll ich bestellen?
Für Flächen den 25-kg-Sack (21,49 €, 0,86 €/kg), für Probeflächen, Kanten und Klinker 5 kg (12,99 €), 10 kg (14,99 €) oder 15 kg (17,99 €). Die zweite und dritte Packung kosten 30 % weniger, wenn alle zusammen in ein Paket bis 25 kg passen.
Empfohlene Körnung
0,5–1,4 mm ist der empfohlene Startpunkt. Probestelle, Druck und Abstand immer am realen Bauteil abstimmen.
Strahlmittel vergleichen
Wenn die Körnung noch unklar ist, hilft der direkte Vergleich nach Rostgrad, Blechdicke und Lackaufbau.
Zum Vergleich Bestellung: 5, 10, 15 oder 25 kg
Kupferschlacke gibt es in acht Körnungen und vier Packungsgrößen – 5 kg 12,99 € · 10 kg 14,99 € · 15 kg 17,99 € · 25 kg 21,49 €, inkl. MwSt. und DHL-Versand innerhalb Deutschlands. Die zweite und dritte Packung kosten 30 % weniger, wenn sie zusammen in ein Paket bis 25 kg passen.
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