Kurz erklärt: Anwendung und Körnung
Fahrzeugrestaurierung mit Strahlmittel: Rahmen, Achsen, Querlenker, Halter, Innenbleche und Felgen werden gestrahlt; große ebene Außenhautflächen werden wegen Verzugsgefahr chemisch entlackt oder nur an Kanten, Falzen und Rostnestern gestrahlt.
- Körnung nach Teil: 0,2–0,5 mm für Karosserieblech, 0,2–0,8 mm für Fahrwerk, Halter, Felgen und Innenbleche, 0,2–1,4 mm für Rahmen, Achsen und Unterbodenschutz; gestrahlter Stahl wird am selben Tag grundiert.
- Materialbedarf nach Herstellertabellen (Schlacke auf Stahl, Druckstrahlen, 6-mm-Düse): 40–58 kg je m² bis Sa 2 bis Sa 2½ – ein Sack mit 25 kg reicht im Freistrahlen für rund 0,4–0,6 m², ein Leiterrahmen mit 3 m² braucht fünf bis sieben Säcke.
Unser Strahlmittel ist Kupferschlacke (Mohs-Härte 6–7, maximal 1 % freie kristalline Kieselsäure laut Datenblatt) in acht Körnungen, im Sack mit 25 kg sowie in 5, 10 und 15 kg. Für die Restaurierung reichen drei: 0,2–0,5 mm für Blech, 0,2–0,8 mm für Fahrwerk, Halter und Innenbleche, 0,2–1,4 mm für Rahmen und Unterbodenschutz. Aluminium-, Chrom- und Edelstahlteile gehören nicht in den Strahlstrom – dafür ist das eisenhaltige Material laut Datenblatt nicht gedacht.
Welches Teil, welche Körnung: die Zuordnung
Rahmen, Leiterrahmen, Achskörper, Federn, Anhängerkupplung, dick mit Unterbodenschutz belegte Bleche: 0,2–1,4 mm mit 6-mm-Düse am Druckstrahlkessel. Querlenker, Federbeinaufnahmen, Halter, Träger, Stahlfelgen, Innenbleche, Radhäuser, Verstärkungen, Scharniere: 0,2–0,8 mm – die Allround-Körnung, mit 4-mm-Düse auch am Werkstattkompressor. Kotflügel, Türen, Hauben, Dächer, Bodenbleche ohne Sicken: 0,2–0,5 mm, und nur an Kanten, Falzen, Durchrostungen und Rostnestern; die ebenen Felder chemisch oder mit dem Exzenterschleifer. Nicht strahlen: Aluminium, Chrom, Edelstahl, Messing, Bremsleitungen, Gewinde, Lagersitze, Glas, Gummi.
Auto und Autoteile: ausbauen, abkleben, strahlen
Gestrahlt wird am ausgebauten Teil. Vorher Fett, Öl und losen Schmutz entfernen, Gummilager auspressen, Gewinde und Lagersitze mit Stopfen oder Klebeband schützen, Hohlräume verschließen. Dann in gleichmäßigen Bahnen mit etwa 45 Grad Anstellwinkel, zuerst Rostnester und Kanten, dann Flächen, Düse in Bewegung. Danach mit trockener Druckluft ausblasen – auch Hohlräume und Sicken, in denen Korn liegen bleibt – und bei gutem Licht prüfen: Erst auf blankem Stahl zeigen sich Risse, Durchrostungen und alte Reparaturen.
Unterboden und Schutzschichten
Unterbodenschutz, Bitumen und Wachs sind zäh und schmieren bei feiner Körnung. Auf Bodenblechen und Rahmen zuerst grob mechanisch oder mit Heißluft abnehmen, dann mit 0,2–1,4 mm den Rest und den Rost darunter strahlen; auf dünnen Bodenblechen mit 0,2–0,8 mm und Abstand. Planen Sie für Unterbodenschutz mehr Zeit und Material ein als für Nasslack. Hinterher nicht nur grundieren, sondern den Unterboden wieder versiegeln – blanker Stahl unter dem Auto rostet schneller als überall sonst.
Rahmen und Fahrgestell: Mengen und Gerät
Ein Leiterrahmen hat abgewickelt schnell 3 m² Stahlfläche. Herstellertabellen nennen für Schlacke auf Stahl mit 6-mm-Düse etwa 40 kg je m² bis Sa 2 und 58 kg je m² bis Sa 2½ – fünf bis sieben Säcke mit 25 kg im Freistrahlen. Eine 6-mm-Düse braucht bei 6 bar etwa 2,05 m³ Luft pro Minute (Düsentabelle Schmidt Sandstrahltechnik, Hintergrundwissen 2026), also Druckstrahlkessel und Baukompressor. Rahmen immer komplett an einem Tag strahlen und grundieren, sonst läuft er über Nacht an. Rissige Bereiche und aufgeplatzte Nähte vor der Grundierung schweißen.
Achsen und Fahrwerk
Achskörper und Querlenker sind dankbare Teile: massiver Stahl, keine Verzugsgefahr, oft dicker Schmutz und Schuppenrost. Lager, Buchsen und Gelenke vorher ausbauen – das Korn zerstört sie und setzt sich in Dichtlippen. Eine Vorderachse mit Querlenkern und Haltern hat rund 0,8 m², also etwa zwei Säcke im Freistrahlen, in der Kabine weniger. Körnung 0,2–0,8 mm für Querlenker und Halter, 0,2–1,4 mm für Achskörper mit Zunder. Danach Epoxid- oder Zinkstaubgrundierung oder Pulverbeschichtung; Passflächen und Gewinde vorher wieder freilegen.
Nach dem Strahlen: Korrosionsschutz am selben Tag
Blanker Stahl läuft bei feuchter Luft innerhalb weniger Stunden an. Ausblasen, mit Silikonentferner abwischen, Grundierung nach Merkblatt des Lackherstellers – für gestrahlten Stahl sind Epoxid- und Zinkstaubgrundierungen üblich, meist mit Anforderung Reinheitsgrad Sa 2½ nach DIN EN ISO 8501-1. Teile, die auf Schweißarbeit warten, bekommen schweißbare Grundierung oder werden trocken gelagert und vor dem Lackaufbau kurz nachgestrahlt. Nicht mit bloßen Händen anfassen.
Sicherheit und Entsorgung
Alte Fahrzeuglacke und Grundierungen können Blei und Chromate enthalten, Unterbodenschutz oft Bitumen. Die DGUV Regel 100-500 (Kapitel 2.24) schreibt für Strahlarbeiten Atemschutzgeräte vor und begrenzt die freie kristalline Kieselsäure im Strahlmittel auf 2 Gewichtsprozent – Kupferschlacke liegt laut Datenblatt bei maximal 1 %. Dazu Augenschutz oder Strahlerhelm, Handschuhe, geschlossene Kleidung, Gehörschutz. Gebrauchtes Strahlmittel mit Lackresten ist Abfall, dessen Einstufung von den abgestrahlten Schichten abhängt: trocken sammeln, Entsorger fragen.
Normen & Quellen
Kupferschlacke (Kupferhüttenschlacke) gehört zur Materialgruppe „Copper Refinery Slag“, die in der Norm DIN EN ISO 11126-3 (dinmedia.de) beschrieben ist. Arbeiten mit Strahlmitteln und Staubschutz regelt die TRGS 559 (baua.de). Die Grenze von 2 Gewichtsprozent freier kristalliner Kieselsäure für Strahlmittel und die Pflicht zum Atemschutz bei Strahlarbeiten stehen in der DGUV Regel 100-500, Kapitel 2.24; unser Material liegt laut Datenblatt bei maximal 1 %. Die Reinheitsgrade Sa 1 bis Sa 3 definiert DIN EN ISO 8501-1. Düsen-, Luft- und Verbrauchswerte sind Durchschnittswerte aus Herstellerunterlagen (Schmidt Sandstrahltechnik, Hintergrundwissen 2026) und ersetzen keine Probefläche am eigenen Bauteil.
Welche Körnung passt bei Unterboden, Fahrgestell und Achsen?
Fahrgestell, Achskörper und dick belegte Unterböden: 0,2–1,4 mm mit 6-mm-Düse. Querlenker, Halter, dünnere Bodenbleche: 0,2–0,8 mm. Außenhaut: 0,2–0,5 mm und nur punktuell.
Wie viele Säcke braucht eine Teilrestaurierung?
Rahmen mit 3 m² fünf bis sieben Säcke, Vorderachse mit Haltern etwa zwei, ein Satz Stahlfelgen drei bis vier – alles im Freistrahlen nach 40–58 kg je m² (Herstellertabellen). In der Kabine mit Rückführung deutlich weniger. Einen Sack Reserve bestellen.
Rost und Lack in einem Durchgang?
Ja, das ist der Vorteil des Strahlens: Lack, Grundierung, Rost und Zunder gehen in einem Arbeitsgang ab, und die Fläche hat danach das Profil für die neue Grundierung. Nur Unterbodenschutz und Wachs vorher mechanisch oder mit Heißluft grob abnehmen.
Kann man das ganze Auto strahlen?
Rahmen, Fahrwerk, Innenbleche, Kanten und Rostnester ja. Große ebene Außenhautflächen nicht mit normalem Druck – dünnes Blech verzieht sich. Komplette Karosserien gibt man an einen Fachbetrieb mit niedrigem Druck und feinem Korn oder entlackt die Felder chemisch.
Worin unterscheidet sich diese Seite von der Oldtimer-Restaurierung?
Hier geht es um jedes Fahrzeug – Alltagsauto, Anhänger, Transporter, Traktor – und um die Zuordnung Teil → Körnung → Menge. Die Oldtimer-Seite behandelt zusätzlich Substanzerhalt, Originalteile und Dokumentation.
Empfohlene Körnung
0,2–0,8 mm ist der empfohlene Startpunkt. Probestelle, Druck und Abstand immer am realen Bauteil abstimmen.
Strahlmittel vergleichen
Wenn die Körnung noch unklar ist, hilft der direkte Vergleich nach Rostgrad, Blechdicke und Lackaufbau.
Zum Vergleich Bestellung: 5, 10, 15 oder 25 kg
Kupferschlacke gibt es in acht Körnungen und vier Packungsgrößen – 5 kg 12,99 € · 10 kg 14,99 € · 15 kg 17,99 € · 25 kg 21,49 €, inkl. MwSt. und DHL-Versand innerhalb Deutschlands. Die zweite und dritte Packung kosten 30 % weniger, wenn sie zusammen in ein Paket bis 25 kg passen.
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