Der grosse Strahlmittel-Ratgeber — Alles über Kupferschlacke und Oberflächenvorbereitung

Strahlmittel sind koernige Werkstoffe, die mit Druckluft oder Schleuderraedern auf Oberflächen geschleudert werden, um Rost, Zunder, alte Beschichtungen und Verunreinigungen abzutragen — kurz: für eine gründliche Oberflächenreinigung. Kupferschlacke (Kupfersilikatschlacke, Eisensilikatschlacke) nach DIN EN ISO 11126-3 gehoert zu den am haeufigsten eingesetzten nichtmetallischen Strahlmitteln in Deutschland. Dieser Ratgeber erklaert alle relevanten Strahlmittelarten, vergleicht sie sachlich, beschreibt die acht Strahlofix-Fraktionen im Detail und fuehrt Schritt für Schritt durch den Strahlprozess — von der Vorbereitung bis zum fertigen Ergebnis.

Dieser Ratgeber behandelt Strahlmittelauswahl, Druckeinstellungen, Sicherheitsvorschriften und Oberflächenvorbereitung nach DIN EN ISO 8501-1. Kupferschlacke (Kupfersilikatschlacke) ist ein scharfkantiges Eisensilikatgranulat — Mohshärte 6–7, Schüttdichte 1,6 Mg/m³, Schmelzpunkt 1.460 °C, pH-Wert neutral. Strahlofix liefert acht Fraktionen von feinster Körnung (0,1–0,4 mm) bis gröbster (1,4–2,8 mm). Bestellen auf kupferstrahl.de: Festpreis/25 kg, versandkostenfrei.



1. Was ist Strahlmittel?

Ein Strahlmittel ist jedes granulare Material, das in einem Druckstrahl- oder Schleuderradverfahren auf eine Oberfläche beschleunigt wird, um diese zu reinigen, aufzurauen oder zu entschichten. Die technische Grundlage bildet die Normreihe DIN EN ISO 11126 (für nichtmetallische Strahlmittel) und DIN EN ISO 11124 (für metallische Strahlmittel). Diese Normen definieren Anforderungen an Korngrößenverteilung, chemische Zusammensetzung, Härte und Kornform.

Historischer Hintergrund

Das Strahlen mit koernigen Materialien wurde 1870 von Benjamin Chew Tilghman patentiert. Urspruenglich verwendete man natürlichen Quarzsand — daher der bis heute gebraeuchliche Begriff „Sandstrahlen“. Im Laufe der Jahrzehnte erkannte man jedoch, dass freier kristalliner Quarz beim Zerbrechen lungengaengigen Feinstaub erzeugt, der Silikose (Quarzstaublunge) verursacht. Die deutsche Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und die Technische Regel TRGS 559 beschraenken deshalb den Einsatz von Strahlmitteln mit mehr als 2 % freiem kristallinem Siliziumdioxid. Quarzsand ist in Deutschland beim Freistrahlen verboten.

Als Ersatz etablierten sich Materialien wie Kupferschlacke (Kupfersilikatschlacke), Korund, Glasperlen, Stahlkies und organische Medien. Kupferschlacke enthaelt weniger als 1 % freies kristallines SiO₂ und erfuellt damit die strengen Vorgaben der TRGS 559. Das Siliziumdioxid in Kupferschlacke liegt gebunden in einer glasartigen Silikatmatrix vor — es handelt sich nicht um freien Quarz.

Wofuer braucht man Strahlmittel?

Strahlmittel dienen vier Hauptzwecken:

  • Entrosten: Rost (Eisenoxid) wird mechanisch von der Stahloberflaeche abgetragen. Je nach Reinheitsgrad spricht man von SA 1 (leichtes Strahlen) bis SA 3 (Strahlen bis auf blanken Stahl).
  • Entlacken und Entschichten: Alte Farben, Pulverbeschichtungen, Grundierungen und Antifouling-Anstriche werden abgetragen, ohne das Grundmaterial zu beschaedigen.
  • Oberflächenvorbereitung: Für Beschichtungen (Farbe, Pulver, Zinkspray, Epoxid) muss die Oberfläche ein definiertes Rauheitsprofil aufweisen. Strahlmittel erzeugen dieses Profil zuverlaessig.
  • Entzundern: Walzzunder auf warmgewalztem Stahl wird entfernt, bevor der Korrosionsschutz aufgebracht wird. Die Oberflächenreinigung ist dabei entscheidend für die Haftfestigkeit.

Der Strahlmittel-Vergleich auf kupferstrahl.de zeigt die Unterschiede zwischen den gaengigsten Materialien im Detail.

Wie funktioniert Sandstrahlen physikalisch?

Das Grundprinzip ist einfach: Druckluft (typisch 4–8 bar) beschleunigt die Strahlmittelkoerner durch eine Duese auf eine Geschwindigkeit, die von Druck, Duesengroesse und Partikelgewicht abhängt. Beim Auftreffen auf die Oberfläche uebertraegt jedes Korn kinetische Energie. Diese Energie reicht aus, um Rost, Zunder oder Farbe mechanisch abzulösen.

Die Abtragswirkung wird von drei Faktoren bestimmt: Erstens die Härte des Strahlmittels — ein härteres Korn traegt mehr Material ab als ein weicheres. Zweitens die Kornform — scharfkantige Koerner (wie Kupferschlacke) schneiden in die Oberfläche und erzeugen Furchen, runde Koerner (wie Glasperlen) druecken Mulden ein. Drittens die Auftreffenergie — abhaengig von Partikelgewicht und Geschwindigkeit. Kupfersilikatschlacke mit ihrem spezifischen Gewicht von 2,9 g/cm³ liegt zwischen leichteren Glasperlen (2,5 g/cm³) und schwerem Stahlkies (7,4 g/cm³).

Strahlverfahren im Ueberblick

Man unterscheidet im Wesentlichen drei Verfahrensgruppen:

  • Druckluftstrahlen (Freistrahlen): Das Strahlmittel wird mit Druckluft aus einem Kessel oder Saugsystem durch eine Duese auf das Werkstueck gerichtet. Die am weitesten verbreitete Methode für Kupferschlacke — besonders bei Freiflaechen, Baustellen und Werkstaetten.
  • Schleuderradstrahlen: Ein schnell rotierendes Rad schleudert das Strahlmittel auf die Oberfläche. Eingesetzt in automatisierten Grossanlagen mit Kreislauf-Strahlmitteln (vorwiegend Stahlkies). Nicht ueblich für Kupferschlacke.
  • Nassstrahlen: Strahlmittel wird mit Wasser gemischt, um Staubentwicklung zu reduzieren. Geeignet für Anwendungen, bei denen Staubfreiheit gefordert ist (z. B. bewohnte Umgebung, Naehe zu Lackierarbeiten). Kupferschlacke ist als Sandstrahlmittel auch für Nassstrahlverfahren einsetzbar.

Die Wahl des Verfahrens hängt von der Anwendung ab. Für die meisten Strahlofix-Anwender — Werkstaetten, Heimwerker, Stahlbauer, Werften — ist das Druckluftstrahlen mit Injektorpistole oder Druckkessel die praxisnahe Loesung.



2. Welche Arten von Strahlmittel gibt es?

Es gibt weit über ein Dutzend verschiedene Strahlmitteltypen. Die für den deutschen Markt relevantesten lassen sich in drei Kategorien einteilen: mineralische Strahlmittel (Schlacken, Schmelzprodukte), metallische Strahlmittel (Stahl, Eisen) und organische beziehungsweise synthetische Medien. Jedes Material hat spezifische Vor- und Nachteile, die es für bestimmte Anwendungen praedestinieren.

Kupferschlacke (Kupfersilikatschlacke, Eisensilikatschlacke)

Kupferschlacke entsteht als Nebenprodukt der Kupferverhuettung. Die Schmelze wird granuliert und zu scharfkantigem Granulat verarbeitet. Die Norm DIN EN ISO 11126-3 definiert die Anforderungen an dieses Strahlmittel. Kupfersilikatschlacke hat eine Mohshaerte von 6–7, ein spezifisches Gewicht von 2,9 g/cm³ und eine Schuettdichte von 1,6 Mg/m³. Typischer Einsatz: Grossflaechige Entrostung, Freistrahlarbeiten, Oberflächenvorbereitung im Stahlbau und Schiffbau.

Korund (Aluminiumoxid, Al₂O₃)

Korund ist ein synthetisch hergestelltes Aluminiumoxid mit Mohshaerte 9 — nach Diamant und Siliziumkarbid eines der haertesten Materialien ueberhaupt. Es wird hauptsaechlich in Kreislaufanlagen (geschlossenen Strahlkabinen) verwendet, da es mehrfach wiederverwendbar ist. Der Kilopreis liegt deutlich über dem von Kupferschlacke. Korund eignet sich besonders für Präzisionsstrahlen, Edelstahloberflaechen und Anwendungen, bei denen eisenfreie Strahlmittel vorgeschrieben sind. Nachteil: Hohe Anschaffungskosten, nicht wirtschaftlich für Grossflaechen im Freien. Unser Vergleich: Kupferschlacke vs. Korund.

Glasperlen (Glasstrahlmittel)

Glasperlen bestehen aus Natron-Kalk-Glas mit runder Kornform und Mohshaerte 5–6. Die runde Form erzeugt beim Auftreffen keine Furchen, sondern Mulden — das Ergebnis ist ein glattes, satiniertes Oberflächen-Finish. Glasperlen werden in der Automobil-, Luftfahrt- und Medizintechnik eingesetzt, wo Oberflächenveredelung im Vordergrund steht. Nachteil: Geringere Abtragsleistung, nicht geeignet für schweren Rost oder Zunder. Mehr dazu: Kupferschlacke vs. Glasperlen.

Stahlkies und Stahlschrot (DIN EN ISO 11124)

Metallische Strahlmittel aus gehaertetem Stahl mit Mohshaerte 6–8 und extrem hohem spezifischem Gewicht (7,4 g/cm³). Stahlkies ist eckig (für Abtrag), Stahlschrot rund (für Verfestigung/Kugelstrahlen). Beide werden in geschlossenen Schleuderradanlagen eingesetzt und sind tausendmal wiederverwendbar. Nachteil: Erfordert teure Kreislaufanlagen, verursacht Fremdrostspuren auf Edelstahl, nicht für Freistrahlarbeiten geeignet.

Nussschalen und Maiskolbengranulat

Organische Strahlmittel mit sehr niedriger Härte (Mohs 2–3). Sie entfernen Verschmutzungen und duenne Beschichtungen, ohne das Grundmaterial zu beschaedigen. Einsatz: Denkmalpflege, Holzreinigung, empfindliche Oberflächen. Nachteil: Kein Abtrag auf Rost oder Zunder möglich, beschraenkte Wiederverwendbarkeit.

Natriumbicarbonat (Sodastrahlen)

Wasserloesliches Strahlmittel auf Basis von Backpulver. Entfernt Fett, Oel und duenne Lacke ohne Materialabtrag. Der Vorteil: Rueckstaende lassen sich mit Wasser abspuelen. Nachteil: Kein Rauheitsprofil für Beschichtungen, nicht geeignet für Rost oder Zunder, hoher Verbrauch.

Trockeneisstrahlen (CO₂)

Kein klassisches Strahlmittel im engeren Sinne: Gefrorenes CO₂ (-78,5 °C) wird auf die Oberfläche geschleudert und sublimiert rueckstandsfrei. Einsatz: Reinigung empfindlicher Maschinen, Entformung in der Kunststoffindustrie, Brandsanierung. Nachteil: Kein Materialabtrag, kein Rauheitsprofil, teure Spezialausruestung erforderlich.

Vergleichstabelle: Strahlmittel-Arten auf einen Blick

Strahlmittel Mohshaerte Kornform Wiederverwendbar Typischer Einsatz
Kupferschlacke 6–7 Scharfkantig Nein (Einweg) Grossflaechen, Freistrahlen, Stahlbau
Korund 9 Scharfkantig Ja (mehrfach) Präzisionsstrahlen, Edelstahl
Glasperlen 5–6 Rund Ja (begrenzt) Finish, Satinieren, dekorative Flaechen
Stahlkies 6–8 Scharfkantig Ja (tausendmal) Schleuderradanlagen, Grossindustrie
Nussschale 2–3 Unregelmaessig Nein Denkmalpflege, empfindliche Flaechen
Natriumbicarbonat 2,5 Kristallin Nein Fettentfernung, schonende Reinigung
Trockeneis Pellets Nein (sublimiert) Maschinenreinigung, rueckstandsfrei

Härtewerte: Mohs-Skala (1 = Talk, 10 = Diamant). Quellen: DIN EN ISO 11126, DIN EN ISO 11124.



3. Warum ist Kupferschlacke das richtige Strahlmittel?

Kupfersilikatschlacke hat sich aus konkreten technischen und wirtschaftlichen Gruenden als Standardmaterial im Strahlbetrieb durchgesetzt. Die folgenden fuenf Punkte fassen die wesentlichen Eigenschaften zusammen:

Grund 1: Silikosefreiheit nach TRGS 559

Kupferschlacke enthaelt weniger als 1 % freies kristallines Siliziumdioxid. Die TRGS 559 erlaubt maximal 2 %. Damit ist Kupfersilikatschlacke für alle Freistrahlarbeiten zugelassen — im Gegensatz zum verbotenen Quarzsand. Das gebundene SiO₂ liegt in einer amorphen Silikatmatrix vor und stellt kein Silikoserisiko dar.

Grund 2: Wirtschaftlichkeit

Strahlofix Kupferschlacke kostet Festpreis EUR pro 25-kg-Sack — inklusive kostenlosem DHL-Versand deutschlandweit. Im Vergleich zu Korund, Garnet oder Stahlkies ist Kupferschlacke pro Kilogramm deutlich guenstiger. Obwohl Kupferschlacke ein Einweg-Strahlmittel ist (sie zersplittert beim Aufprall), macht der niedrige Preis sie zur wirtschaftlichsten Loesung für Freistrahlarbeiten und Grossflaechen, wo eine Rueckgewinnung des Strahlmittels nicht möglich ist.

Grund 3: Acht definierte Fraktionen

Strahlofix ist in 8 Korngrößen von 0,1–0,4 mm bis 1,4–2,8 mm erhaeltlich. Damit laesst sich für jede Anwendung — vom Feinfinish auf Messing bis zur aggressiven Entzunderung auf Schiffsstahl — die passende Körnung waehlen. Details zu allen Fraktionen finden Sie im Korngrößen-Ueberblick und in Kapitel 4 dieses Ratgebers.

Grund 4: Normkonformitaet (DIN EN ISO 11126-3)

Kupferschlacke als Strahlmittel ist in der Normreihe DIN EN ISO 11126-3 definiert. Diese Norm legt Anforderungen an Korngrößenverteilung, chemische Zusammensetzung, Härte und weitere physikalische Eigenschaften fest. Strahlofix Kupferschlacke wird als Kupferhuettenschlacke-Strahlmittel gemaess dieser Norm vertrieben.

Grund 5: Scharfkantiges Korn für definiertes Rauheitsprofil

Die angular-scharfkantige Kornform dieses Strahlguts von Kupferschlacke erzeugt beim Auftreffen mikroskopische Furchen in der Oberfläche. Diese Furchen bilden ein Ankerprofil, an dem nachfolgende Beschichtungen (Farbe, Zinkspray, Epoxid, Pulverbeschichtung) mechanisch haften. Runde Strahlmittel wie Glasperlen erzeugen dagegen Mulden ohne Hinterschneidungen — sie sind für die Beschichtungsvorbereitung weniger geeignet.



4. Welche Strahlofix-Körnungen gibt es und wofür eignen sie sich?

Die Wahl der richtigen Korngröße ist entscheidend für das Strahlergebnis. Eine zu feine Körnung arbeitet langsam und erzeugt wenig Profil. Eine zu grobe Körnung kann duennwandige Werkstucke verformen oder ein unerwuenscht raues Profil erzeugen. Alle technischen Daten stammen aus dem Strahlofix Datenblatt.

Fraktion Einsatzbereich Preis / 25 kg
0,1–0,4 mm Feinste Körnung: Endfinish, Feinreinigung, Duennschichtbeschichtung Festpreis EUR
0,2–0,5 mm Karosserie, Fahrradrahmen, duennwandige Stahlteile Festpreis EUR
0,2–0,8 mm Allround: Stahlkonstruktionen, allgemeine Entrostung, SA 2½ bis SA 3 Festpreis EUR
0,2–1,0 mm Fahrzeugteile, Betonflaechen, mittelstarke Entrostung Festpreis EUR
0,2–1,4 mm Maschinen-/Metallbau, Entzunderung, Korrosionsschutz Festpreis EUR
0,5–1,4 mm Stahlbau, Schweissnaehte, starke Korrosion Festpreis EUR
0,5–2,0 mm Schiffbau, Betonabtrag, starke Beschichtungen, SA 3 Festpreis EUR
1,4–2,8 mm Schwerindustrie, maximaler Abtrag, Zunder Festpreis EUR

Fraktion 0,1–0,4 mm — Feinstrahlen

Die feinste Strahlofix-Körnung für Endfinish, Satinierung und die Vorbereitung von Oberflächen vor Duennschichtbeschichtungen. Geeignet für duennwandige Werkstuecke, dekorative Metallteile und Anwendungen, bei denen das Rauheitsprofil minimiert werden soll. Auch für 3D-Druck-Nachbearbeitung und Modellbau geeignet.

Fraktion 0,2–0,5 mm — Fein

Entwickelt für die schonende Bearbeitung von Karosserieteilen, Fahrradrahmen und duennwandigen Stahlteilen. Diese Körnung traegt Rost und Lack ab, ohne das Grundmaterial uebermassig aufzurauen. Besonders beliebt bei Oldtimer-Restaurierungen, wo Blechdicken zwischen 0,8 und 1,2 mm keine aggressive Behandlung vertragen.

Fraktion 0,2–0,8 mm — Allround

Die vielseitigste Körnung im Strahlofix-Programm. Die breite Kornverteilung kombiniert feine Koerner für die Oberflächenguete mit groeberen für den Materialabtrag. Erreicht Reinheitsgrade von SA 2½ bis SA 3 auf Stahlkonstruktionen. Standardwahl für allgemeine Entrostung und Oberflächenvorbereitung.

Fraktion 0,2–1,0 mm — Universalkorn

Die meistverkaufte Strahlofix-Körnung. Deckt den groesstmöglichen Anwendungsbereich ab: Von Autoteilen über Maschinenteile bis zu Betonflaechen. Für Anwender, die nur eine einzige Körnung bevorraten moechten, ist dies die empfehlenswerteste Wahl.

Fraktion 0,2–1,4 mm — Universell

Etwas groeber als die 0,2–1,0-mm-Fraktion, konzipiert für den Maschinen- und Metallbau. Eignet sich für Entzunderung warmgewalzter Stahlprofile und die Vorbereitung von Korrosionsschutz-Beschichtungssystemen. Gute Wahl für Werkstaetten mit gemischtem Teilespektrum.

Fraktion 0,5–1,4 mm — Mittel-grob

Für schwere Korrosion auf massivem Stahl: Stahltraeger, Schweissnaehte, Fahrzeugrahmen. Das Fehlen feiner Koerner unter 0,5 mm ergibt ein gleichmaessig raues Profil, ideal für Schwerlastbeschichtungen im Stahlbau.

Fraktion 0,5–2,0 mm — Grob

Konzipiert für den Schiffbau und für Betonabtragsarbeiten. Erreicht zuverlaessig SA 3 (Weissmetall-Reinheitsgrad) auf stark korrodiertem Stahl. Auch für Brueckensanierung und Container-Aufbereitung eingesetzt.

Fraktion 1,4–2,8 mm — Groebste

Die aggressivste Strahlofix-Körnung für Schwerindustrie, maximalen Materialabtrag und Entzunderung von Grobstahl. Erzeugt ein tiefes, stark aufgerautes Profil. Einsatz dort, wo groesstmöglicher Materialabtrag in kuerzester Zeit gefordert ist: dicke Rostschichten, Walzzunder, schwere Industriebeschichtungen.

Entscheidungshilfe: Welche Körnung für Ihr Projekt?

Die Wahl der richtigen Fraktion folgt drei Grundregeln:

Regel 1 — Wandstaerke beachten: Je duenner das Werkstoff, desto feiner die Körnung. Bleche unter 1 mm Wandstaerke erfordern maximale Vorsicht — hier sind Fraktionen bis 0,5 mm angebracht. Massive Stahltraeger (ab 6 mm Wandstaerke) vertragen problemlos die groebsten Fraktionen.

Regel 2 — Verschmutzungsgrad bestimmt die Agressivitaet: Leichter Flugrost laesst sich mit feinen Körnungen entfernen. Mehrschichtiger Altlack über Rostnarben erfordert mittlere Fraktionen. Walzzunder auf Walzstahl oder jahrzehntelange Korrosionsverkrustungen verlangen grobe Körnungen.

Regel 3 — Nachfolgende Beschichtung mitdenken: Duenne Beschichtungen (Zinkspray, Grundierung) haften bereits auf feinem Rauheitsprofil. Schwerlast-Beschichtungssysteme (Epoxid-Zweikomponenten, Schwerlast-Korrosionsschutz) brauchen ein tieferes Profil und damit groebere Körnungen. Der Beschichtungshersteller gibt in seinem Datenblatt den empfohlenen Rauheitsbereich an.

Im Zweifelsfall ist die Fraktion 0,2–1,0 mm der sicherste Einstieg — sie ist breit genug, um von feinen bis mittleren Aufgaben alles abzudecken, und die am haeufigsten verwendete Strahlofix-Körnung bei unseren Kunden.



5. Was bedeuten die SA-Grade nach DIN EN ISO 8501-1?

Die Norm DIN EN ISO 8501-1 definiert vier Reinheitsgrade für gestrahlte Stahloberflaechen. Diese Reinheitsgrade (SA-Grade) beschreiben, wie gruendlich Rost, Zunder und alte Beschichtungen entfernt wurden. Der geforderte SA-Grad wird in der Regel vom Beschichtungshersteller oder vom Auftraggeber vorgegeben.

SA-Grad Bezeichnung Beschreibung Empfohlene Fraktion
SA 1 Leichtes Strahlen Lose Bestandteile (loser Rost, lockere Farbe, loser Zunder) entfernt. Fest haftende Schichten duerfen verbleiben. 0,2–0,5 mm
SA 2 Gruendliches Strahlen Nahezu vollstaendige Entfernung von Zunder, Rost und Beschichtungen. Reste duerfen nur noch als Verfaerbung erkennbar sein. 0,2–0,8 mm
SA 2½ Sehr gruendliches Strahlen Zunder, Rost und Beschichtungen so weit entfernt, dass Reste nur noch als leichte Flecken oder Streifen erkennbar sind. Der am haeufigsten geforderte Reinheitsgrad. 0,2–1,0 mm oder 0,5–1,4 mm
SA 3 Strahlen bis auf blanken Stahl Vollstaendige Entfernung aller sichtbaren Rueckstaende. Die Oberfläche zeigt ein gleichmaessiges metallisches Erscheinungsbild. Hoechster Reinheitsgrad. 0,5–2,0 mm oder 1,4–2,8 mm

Quelle: DIN EN ISO 8501-1. Fraktionsempfehlungen: Richtwerte ohne Gewähr — abhaengig von Werkstoff, Verschmutzungsgrad und Geraet.

Der Reinheitsgrad SA 2½ ist in der Praxis am weitesten verbreitet. Die meisten Beschichtungshersteller fordern ihn als Minimum für Korrosionsschutz-Systeme. SA 3 wird vorrangig im Schiffbau, bei Offshore-Konstruktionen und für Hochleistungsbeschichtungen gefordert. Weitere Informationen zu Normen und Reinheitsgraden finden Sie im technischen Datenblatt.

Was bedeutet das in der Praxis?

Stellen Sie sich eine verrostete Stahlkonstruktion vor — etwa einen alten Stahltraeger mit Walzzunder und Korrosionsnarben. Bei SA 1 würden Sie nur losen Rost und absplitternde Farbe entfernen — fest haftender Zunder bleibt stehen. Das reicht für einfache Anstriche in nicht-korrosiven Umgebungen. Bei SA 2½ dagegen müssen alle Schichten so weit entfernt sein, dass die Stahloberflaeche metallisch glänzt und nur noch leichte Schattierungen von ehemaligem Rost erkennbar sind. Dieser Grad ist die Standardvorgabe für professionelle Korrosionsschutz-Systeme im Stahlbau.

Der hoechste Grad SA 3 (Weissmetall) verlangt eine vollstaendig einheitliche metallische Oberfläche ohne jede Verfaerbung. Dieser Grad wird typischerweise für den Schiffbau, Offshore-Plattformen und Tankinnenbeschichtungen vorgeschrieben — überall dort, wo die Beschichtung unter extremen Bedingungen (Salzwasser, Chemikalien, hohe Temperaturen) halten muss.

Rauheitsprofil und Rautiefe

Neben dem Reinheitsgrad ist das Rauheitsprofil (Rz-Wert) ein wichtiger Parameter. Es beschreibt die Hoehe der Spitzen und Taeler auf der gestrahlten Oberfläche, gemessen in Mikrometern. Feinere Kupferschlacke-Fraktionen erzeugen flachere Profile (geringe Rz-Werte), groebere Fraktionen tiefere Profile (hohe Rz-Werte). Der Beschichtungshersteller gibt in seinem technischen Datenblatt den empfohlenen Rz-Bereich an — typischerweise zwischen 40 und 100 µm für Standard-Korrosionsschutz-Systeme. Die tatsaechlich erzielte Rautiefe hängt neben der Korngröße auch vom Strahldruck, Abstand und Auftreffwinkel ab.



6. Welche Ausruestung brauche ich zum Sandstrahlen?

Für das Strahlen mit Kupferschlacke wird Druckluft-Strahltechnik eingesetzt. Die Grundausruestung besteht aus vier Komponenten: Kompressor, Strahlgeraet (Druckkessel oder Injektorpistole), Strahlduese und persoenliche Schutzausruestung. Wir verkaufen kein Strahlequipment — die folgenden Informationen dienen als allgemeine Orientierung.

Richtwerte ohne Gewähr — tatsaechliche Parameter abhaengig von Geraet, Oberflächenzustand und Erfahrung des Anwenders.

Kompressor

Die Leistung des Kompressors bestimmt die Arbeitsgeschwindigkeit. Für Heimwerker und kleinere Werkstaetten genuegen Kolbenkompressoren mit 200–400 l/min Liefermenge bei 6–8 bar. Professionelle Freistrahlarbeiten erfordern Schraubenkompressoren mit 3.000 l/min und mehr. Grundregel: Die Liefermenge des Kompressors muss zur Duesengroesse passen — eine zu kleine Liefermenge fuehrt zu Druckabfall und reduzierter Strahlleistung.

Strahlgeraet

Es gibt zwei Grundtypen: Injektorstrahlgeraete (Saugprinzip, für kleinere Arbeiten und Strahlkabinen) und Druckstrahlgeraete (Druckkesselprinzip, für Grossflaechen und Freistrahlarbeiten). Injektorgeraete sind guenstiger in der Anschaffung, haben aber eine deutlich geringere Flaechenleistung als Druckkessel.

Strahlduesen

Die Duese formt den Strahlmittelstrahl und bestimmt die Auftreffgeschwindigkeit. Duesengrößen reichen von 3 mm (Feinarbeiten) bis 12 mm (Grossflaechenbearbeitung). Kupferschlacke ist auf scharfkantigen Koernern basierend — Keramik- oder Wolframkarbid-Duesen bieten eine längere Standzeit als Standard-Stahl-Duesen. Die tatsaechliche Duesenstandzeit hängt stark von Strahldruck, Duesengroesse und Strahlmittelfraktion ab.

Persoenliche Schutzausruestung (PSA)

Beim Sandstrahlen ist professionelle Schutzausruestung unverzichtbar:

  • Atemschutz: Frischluft-Strahlhelm (mit externer Luftversorgung) oder mindestens P3-Atemschutzmaske. Kupferschlacke ist silikosefrei, aber der beim Strahlen entstehende Feinstaub belastet die Atemwege.
  • Koerperschutz: Strahlanzug aus Leder oder Spezialgewebe schuetzt vor Partikelrueckprall.
  • Gehoerschutz: Kapselgehoerschuetzer — der Strahlprozess erzeugt Laermpegel, die das Gehoer schaedigen können.
  • Handschutz: Spezielle Strahlhandschuhe aus strapazierfaehigem Material.
  • Augenschutz: Integriert in Strahlhelm oder als separate Schutzbrille bei Kabinenarbeit.

Arbeitsplatz vorbereiten

Im Freien: Abdeckfolien zum Schutz der Umgebung, Absperrung des Arbeitsbereichs, Windrichtung beachten (Strahlstaub fliegt mit dem Wind). In der Halle: Absauganlage zur Staubreduzierung, ausreichende Beleuchtung der Arbeitsflaeche. Bei der Arbeit an lackierten Altanstrichen: Pruefen, ob der Altanstrich Blei oder Asbest enthaelt — in diesem Fall gelten zusaetzliche Schutz- und Entsorgungsvorschriften.

Strahlkabine vs. Freistrahlen

Für kleinere Werkstucke (Autoteile, Felgen, Kleinteile) eignet sich eine Strahlkabine mit Absaugung und Sichtfenster. Das Strahlmittel wird in der Kabine aufgefangen — bei Kupferschlacke allerdings nicht wiederverwendet, da es beim Aufprall zersplittert. Der Vorteil der Kabine: Kein Staub in der Umgebung, saubere Arbeitsbedingungen.

Für grosse Teile (Stahltraeger, Container, LKW-Rahmen) oder Arbeiten auf der Baustelle ist Freistrahlen die einzige Option. Hier wird die Kupferschlacke nach der Arbeit aufgekehrt und fachgerecht entsorgt. Für die Entsorgung von verbrauchter Kupferschlacke gelten die Regeln des Abfallschluessels 12 01 21 (bei unbelastetem Strahlgut). Bei kontaminiertem Strahlgut (z. B. nach dem Strahlen bleihaltiger Farben) kann eine Einstufung als gefaehrlicher Abfall erforderlich sein — lassen Sie sich von einem zugelassenen Entsorgungsunternehmen beraten.



7. Wie strahle ich mit Kupferschlacke Schritt für Schritt?

Die folgende Anleitung beschreibt den grundsaetzlichen Ablauf beim Druckluftstrahlen mit Kupferschlacke. Die konkreten Parameter (Druck, Abstand, Körnung) variieren je nach Werkstoff und Zustand des Werkstuecks. Richtwerte ohne Gewähr.

Schritt 1: Werkstueck pruefen und Körnung waehlen

Begutachten Sie das Werkstueck: Welches Material (Stahl, Gusseisen, Aluminium)? Welche Wandstaerke? Welcher Verschmutzungsgrad (leichter Rost, schwerer Zunder, dicke Altbeschichtung)? Basierend darauf waehlen Sie die passende Strahlofix-Fraktion — eine Orientierung bietet die Tabelle in Kapitel 4 oder unsere Anwendungsseiten mit konkreten Fraktionsempfehlungen.

Schritt 2: Schutzausruestung anlegen

Vor dem Einschalten des Kompressors die vollstaendige persoenliche Schutzausruestung anlegen: Strahlhelm mit Frischluftzufuhr (oder P3-Maske), Strahlanzug, Handschuhe, Gehoerschutz. Keine Ausnahmen — auch nicht bei kurzen Arbeiten.

Schritt 3: Strahlgeraet befuellen und Druck einstellen

Kupferschlacke in den Druckkessel oder Saugbehaelter fuellen. Arbeitsdruck am Kompressor einstellen: Typische Werte liegen zwischen 4 und 8 bar, abhaengig von Werkstoff und gewuenschter Abtragswirkung. Niedrigerer Druck für empfindliche Teile, hoeherer Druck für schwere Korrosion.

Schritt 4: Teststrahlen an unauffaelliger Stelle

Vor der Bearbeitung der gesamten Flaeche an einer unauffaelligen Stelle testen. Pruefen Sie: Ist der Abtrag ausreichend? Wird das Grundmaterial beschaedigt? Stimmt das Rauheitsprofil? Bei Bedarf Körnung, Druck oder Abstand anpassen.

Schritt 5: Systematisch strahlen

Die Flaeche systematisch in gleichmaessigen Bahnen bearbeiten — aehnlich wie beim Malen mit einer Farbrolle. Die Duese in gleichmaessigem Abstand (typischerweise 15–30 cm) und im Winkel von ca. 60–80° zur Oberfläche fuehren. Nicht zu lange an einer Stelle verweilen, um Ueberhitzung und Materialschaeden zu vermeiden.

Schritt 6: Ergebnis pruefen

Nach dem Strahlen die Oberfläche visuell pruefen. Der geforderte SA-Grad ist erreicht, wenn die Oberfläche dem entsprechenden Vergleichsmuster nach DIN EN ISO 8501-1 entspricht. Bei SA 2½ duerfen nur noch leichte Flecken oder Streifen sichtbar sein. Bei SA 3 muss die Oberfläche ein einheitlich metallisches Erscheinungsbild zeigen.

Schritt 7: Oberfläche zeitnah beschichten

Das Aufrauen der Oberfläche durch das Sandstrahlen schafft die nötige Haftgrundlage. Gestrahlte Stahloberflaechen beginnen sofort zu oxidieren. Die Beschichtung (Grundierung, Zinkspray, Epoxid, Pulver) sollte so schnell wie möglich nach dem Strahlen aufgebracht werden — idealerweise innerhalb weniger Stunden. Bei hoher Luftfeuchtigkeit kann sich bereits nach 30 Minuten Flugrost bilden. Den verbrauchten Strahlmittelstaub aufkehren und fachgerecht entsorgen.



8. Welche Fehler passieren beim Sandstrahlen am haeufigsten?

Auch erfahrene Anwender machen Fehler, die das Ergebnis beeintraechtigen oder Material verschwenden. Die folgenden sieben Fehler treten in der Praxis besonders haeufig auf:

Fehler 1: Falsche Körnung gewaehlt

Zu feines Korn auf schwerem Rost — der Abtrag dauert unnoetig lange und verbraucht viel Material. Zu grobes Korn auf duennem Blech — Verformungen und uebermassige Aufrauhung. Loesung: Vor Arbeitsbeginn Werkstoff und Verschmutzungsgrad bewerten und die passende Fraktion nach der Tabelle in Kapitel 4 waehlen.

Fehler 2: Zu niedriger Strahldruck

Ein zu schwacher Kompressor oder ein zu langer Druckluftschlauch fuehrt zu Druckabfall an der Duese. Die Koerner treffen nicht mit ausreichender Geschwindigkeit auf die Oberfläche und rutschen ab statt abzutragen. Loesung: Kompressorleistung auf die Duesengroesse abstimmen, Druckluftschlauch möglichst kurz halten.

Fehler 3: Feuchte Kupferschlacke verwenden

Feuchte Kupferschlacke verklumpt und verstopft die Strahlmittelzufuhr. Im Druckkessel bilden sich Bruecken, die den gleichmaessigen Materialfluss unterbrechen. Loesung: Kupferschlacke trocken lagern, Säcke erst unmittelbar vor Gebrauch oeffnen. Bei feuchter Witterung die Druckluft über einen Oelabscheider mit Trockner fuehren.

Fehler 4: Zu geringer Duesenabstand

Wer die Duese zu nahe an die Oberfläche haelt, konzentriert die Energie auf einen winzigen Punkt. Das Ergebnis: Ungleichmaessiger Abtrag, lokale Ueberhitzung, Beschaedigung des Grundmaterials. Loesung: Mindestens 15 cm Abstand halten und die Duese gleichmaessig bewegen.

Fehler 5: Gestrahlte Oberfläche nicht sofort beschichten

Blanker Stahl rostet innerhalb von Minuten bei hoher Luftfeuchtigkeit. Wer das Beschichten auf den naechsten Tag verschiebt, riskiert Flugrost und muss erneut strahlen. Loesung: Material und Werkzeug für die Beschichtung vorbereiten, bevor Sie mit dem Strahlen beginnen.

Fehler 6: Schutzausruestung vernachlaessigen

Kupferschlacke ist silikosefrei — das bedeutet aber nicht, dass der Feinstaub harmlos ist. Mineralischer Feinstaub belastet die Atemwege grundsaetzlich. Auch der Laermpegel beim Strahlen kann das Gehoer dauerhaft schaedigen. Loesung: Immer vollstaendige PSA tragen, auch bei kurzen Einsaetzen.

Fehler 7: Altbeschichtung nicht pruefen

Alte Anstriche können Schwermetalle (Blei, Chrom) oder Asbest enthalten. Beim Strahlen werden diese Stoffe freigesetzt und kontaminieren das verbrauchte Strahlmittel. Die Entsorgung wird dadurch erheblich teurer und aufwendiger. Loesung: Bei Gebaeuden vor 1970 und bei Industrieanstrichen vor dem Strahlen eine Schadstoffanalyse des Altanstrichs durchfuehren lassen.

Bonus-Tipp: Druckluftqualitaet sicherstellen

Ein oft unterschaetzter Faktor: Die Qualitaet der Druckluft. Wenn der Kompressor feuchte oder oelhaltige Luft liefert, fuehrt das zu mehreren Problemen gleichzeitig. Feuchtigkeit laesst die Kupferschlacke im Druckkessel verklumpen und unterbricht den Materialfluss. Oel auf der frisch gestrahlten Oberfläche verhindert die Haftung der nachfolgenden Beschichtung. Loesung: Einen Oelabscheider und Wasserabscheider (Kondensattrockner) zwischen Kompressor und Strahlgeraet installieren. Bei professionellen Arbeiten empfiehlt sich ein Drucktaupunktmesser zur Kontrolle der Restfeuchte.

Chemische Zusammensetzung von Kupferschlacke

Zum Verstaendnis des Materials hilft ein Blick auf die chemische Zusammensetzung. Kupferschlacke (Kupfersilikatschlacke) besteht ueberwiegend aus Siliziumdioxid (SiO₂, 30–41 %), Calciumoxid (CaO, 24,2–26,2 %), Aluminiumoxid (Al₂O₃, 11,5–12,6 %), Magnesiumoxid (MgO, 6,07–10,4 %) und Eisen(II)-oxid (FeO, 4,6–9,02 %). Der Bleioxidanteil (PbO) liegt bei 0,5–1,0 % und befindet sich innerhalb der zulaessigen Grenzwerte für Strahlmittel.

Entscheidend ist: Das Siliziumdioxid liegt gebunden in einer glasartigen, amorphen Matrix vor. Es handelt sich nicht um freien kristallinen Quarz. Der Anteil an freiem kristallinem SiO₂ liegt unter 1 % — deutlich unter dem Grenzwert von 2 %, den die TRGS 559 für Strahlmittel vorschreibt. Genau diese Eigenschaft macht Kupfersilikatschlacke zum sicheren Ersatz für den beim Freistrahlen verbotenen Quarzsand.

Der Eisengehalt (FeO) verleiht dem Material seine braune Faerbung und traegt zum vergleichsweise hohen spezifischen Gewicht von 2,9 g/cm³ bei. Der Schmelzpunkt liegt bei 1.460 °C — thermische Stabilitaet ist bei normalen Strahlanwendungen kein Thema. Die vollstaendige chemische Analyse und alle physikalischen Kennwerte finden Sie im Strahlofix Datenblatt und im Technisches Datenblatt.

Quelle: Produktdatenblatt Strahlofix Kupferschlacke.



9. Wie schneidet Kupferschlacke im Vergleich mit anderen Strahlmitteln ab?

Jedes Strahlmittel hat seinen optimalen Einsatzbereich. Der folgende Vergleich stellt Kupferschlacke den gaengigsten Alternativen sachlich gegenüber. Die Vergleichsangaben beziehen sich auf allgemein bekannte Materialeigenschaften gemaess den jeweiligen DIN-Normen.

Detaillierte Vergleichstabelle

Eigenschaft Kupferschlacke (Strahlofix) Korund Glasperlen Stahlkies Garnet
Norm DIN EN ISO 11126-3 DIN EN ISO 11126-7 DIN EN ISO 11126-5 DIN EN ISO 11124 DIN EN ISO 11126-10
Mohshaerte 6–7 9 5–6 6–8 7–8
Spez. Gewicht 2,9 g/cm³ 3,9 g/cm³ 2,5 g/cm³ 7,4 g/cm³ 3,9–4,1 g/cm³
Kornform Scharfkantig Scharfkantig Rund Eckig/rund Scharfkantig
Wiederverwendbar Nein (Einweg) Ja (mehrfach) Ja (begrenzt) Ja (tausendmal) Ja (mehrfach)
Freies krist. SiO₂ < 1 % 0 % < 1 % 0 % 0 %
Eisengehalt Ja (FeO 4,6–9 %) Nein (weiss) / Ja (braun) Nein Ja (Stahl) Ja (gering)
Edelstahl geeignet Eingeschraenkt (Eisenabrieb) Ja (weisser Korund) Ja Nein Eingeschraenkt
Typischer Einsatz Grossflaechen, Freistrahl, Werft Kabinenstrahlen, Präzision Finish, Satinieren Schleuderrad, Serienfertigung Wasserstrahlschneiden, Nass-Strahlen

Quellen: DIN EN ISO 11126 (nichtmetallische Strahlmittel), DIN EN ISO 11124 (metallische Strahlmittel). Die Mohshaerte-Werte sind physikalische Konstanten. Die Angaben zu Kupferschlacke stammen aus dem Strahlofix-Datenblatt.

Wann ist Kupferschlacke die richtige Wahl?

Kupfersilikatschlacke ist dann die wirtschaftlich und technisch sinnvollste Option, wenn:

  • grosse Flaechen bearbeitet werden müssen (Stahlbau, Fassaden, Schiffe, Container)
  • das Strahlmittel nicht zurueckgewonnen werden kann (Freistrahlarbeiten im Aussenbereich)
  • ein scharfkantiges Rauheitsprofil für nachfolgende Beschichtungen erforderlich ist
  • Silikosefreiheit gefordert ist (TRGS 559)
  • das Budget begrenzt ist und maximale Flaechenleistung pro Euro zaehlt

Wann sind andere Strahlmittel besser geeignet?

Kupferschlacke ist nicht für jede Anwendung die optimale Wahl:

  • Edelstahloberflaechen: Kupferschlacke enthaelt Eisenoxide, die Fremdrostspuren auf Edelstahl hinterlassen können. Hier eignen sich eisenfreie Strahlmittel wie weisser Korund oder Glasperlen.
  • Dekorative Satinierung: Für ein gleichmaessig mattes Finish ohne Furchen sind runde Glasperlen besser geeignet.
  • Serienfertigung in Kreislaufanlagen: In geschlossenen Schleuderradanlagen ist wiederverwendbarer Stahlkies wirtschaftlicher.
  • Rueckstandsfreie Reinigung: Wenn keinerlei Partikelrueckstaende akzeptabel sind, ist Trockeneisstrahlen die einzige Option.

Detaillierte Einzelvergleiche finden Sie auf unseren Vergleichsseiten: Kupferschlacke vs. Korund, Kupferschlacke vs. Glasperlen, Kupferschlacke vs. Calciumsilikatschlacke und den umfassenden Strahlmittel-Vergleich.

Hinweis: Die Vergleichsangaben basieren auf allgemein bekannten Materialeigenschaften gemaess der jeweiligen DIN-Normen und sind keine Werbeaussagen. Die tatsaechliche Leistung hängt von Geraet, Einstellung und Werkstoff ab.

Materialkosten im Kontext

Ein haeufiger Einwand gegen Einweg-Strahlmittel: „Wiederverwendbare Materialien wie Korund oder Stahlkies sind doch langfristig guenstiger?“ Das stimmt — aber nur in geschlossenen Kreislaufanlagen. Wer in einer Schleuderradanlage mit automatischer Rueckgewinnung arbeitet, sollte tatsaechlich wiederverwendbare Medien einsetzen. Doch bei Freistrahlarbeiten (Baustelle, Werft, Aussenbereich) laesst sich das Strahlmittel nicht zurueckgewinnen. Es liegt auf dem Boden, vermischt mit Rost und Farbpartikeln, und muss entsorgt werden. In diesem Szenario ist Kupferschlacke die wirtschaftlich ueberlegene Wahl, weil der niedrige Kilopreis die fehlende Wiederverwendbarkeit mehr als ausgleicht.

Strahlofix Kupferschlacke kostet Festpreis EUR für 25 kg (0,80 EUR/kg). Dieser Preis umfasst bereits den kostenlosen DHL-Versand deutschlandweit. Keine Versandkosten, keine Mindestbestellmenge, keine Aufpreise für einzelne Fraktionen.



Kupferschlacke in der Praxis — Wo wird Strahlofix eingesetzt?

Kupfersilikatschlacke ist kein Nischenprodukt — sie wird in nahezu allen Branchen eingesetzt, in denen Metalloberflaechen gereinigt, vorbereitet oder aufgearbeitet werden. Ein Ueberblick über die wichtigsten Einsatzgebiete:

KFZ und Fahrzeugrestaurierung

In KFZ-Werkstaetten und bei Oldtimer-Restaurierern ist Kupferschlacke das Standardmittel für die Entlackung und Entrostung von Karosserieteilen, Felgen, Rahmenteilen und Fahrwerkkomponenten. Die feinen Fraktionen (0,2–0,5 mm) ermöglichen die schonende Bearbeitung duennwandiger Bleche, waehrend groebere Körnungen für massive Rahmenteile eingesetzt werden. Auch Autohaeuser setzen Kupferschlacke für die Aufbereitung von Gebrauchtfahrzeug-Teilen ein.

Stahlbau und Korrosionsschutz

Im Stahlbau werden Stahltraeger, Bruecken, Masten und Stahlhallen vor dem Aufbringen von Korrosionsschutzbeschichtungen gestrahlt. Kupferschlacke erzeugt das geforderte Rauheitsprofil für SA 2½ und SA 3 zuverlaessig und ist bei Freistrahlarbeiten auf der Baustelle die wirtschaftlichste Option.

Schiffbau und maritime Anwendungen

Werften zaehlen zu den groessten Verbrauchern von Kupferschlacke weltweit. Schiffsruempfe müssen regelmaessig von Antifouling-Anstrichen und Meereskorrosion befreit werden — eine Aufgabe, für die Kupferschlacke aufgrund des guenstigen Preises bei hohem Materialverbrauch praedestiniert ist. Die niedrigen Chloridwerte der Kupferschlacke sind für maritime Anwendungen vorteilhaft. Schiffbau & Yachten.

Haus, Hof und Heimwerker

Auch Privatanwender und Heimwerker nutzen Kupferschlacke für die Aufarbeitung von Gelaendern, Gartentoren, Zaeunen, Gartenmoebeln und Heizkoerpern. Mit einem Injektorstrahlgeraet und einem mittelgrossen Kompressor lassen sich diese Arbeiten in der heimischen Werkstatt oder Garage durchfuehren. Die Anwendungsseiten bieten Fraktionsempfehlungen für über 76 konkrete Projekte.



Haeufige Irrtuemer über Strahlmittel

Irrtum 1: Quarzsand ist nur auf dem Papier verboten.
Das Verbot ist real und wird von der Gewerbeaufsicht durchgesetzt. Verstoesse können Bussgelder und Betriebsstilllegungen nach sich ziehen.

Irrtum 2: DIN-Normierung ist nur für Grossprojekte relevant.
Auch kleine Projekte profitieren von normiertem Material: gleichbleibende Körnung und gesicherter Quarzgehalt sorgen für reproduzierbare Ergebnisse.

Irrtum 3: Nach dem Strahlen kann man sofort beschichten.
Gestrahlte Metalloberflaechen beginnen bei Luftfeuchtigkeit sofort zu oxidieren. Die Beschichtung sollte möglichst am selben Tag erfolgen.

10. Haeufig gestellte Fragen zum Sandstrahlen mit Kupferschlacke

Was ist der Unterschied zwischen Kupferschlacke und Quarzsand?

Quarzsand besteht aus freiem kristallinem Siliziumdioxid, das beim Zerbrechen lungengaengigen Feinstaub erzeugt und Silikose verursacht. Deshalb ist Quarzsand beim Freistrahlen in Deutschland verboten (GefStoffV, TRGS 559). Kupferschlacke enthaelt ebenfalls Siliziumdioxid, jedoch gebunden in einer amorphen Silikatmatrix — der Anteil an freiem kristallinem SiO₂ liegt unter 1 %. Kupferschlacke ist daher für Freistrahlarbeiten zugelassen und stellt kein Silikoserisiko dar. Mehr dazu auf unserer Seite Quarzsand verboten.

Welche Körnung für welchen Zweck?

Als Faustregel: Je dicker die Rostschicht und je massiver das Werkstueck, desto groeber die Körnung. Für Feinarbeiten (Modellbau, duenne Bleche): 0,1–0,4 mm oder 0,2–0,5 mm. Für Standardarbeiten (Gelaender, Autoteile, mittelstarker Rost): 0,2–0,8 mm oder 0,2–1,0 mm. Für Schwerlast (Stahltraeger, Schiffsrumpf, Zunder): 0,5–1,4 mm bis 1,4–2,8 mm. Die vollstaendige Uebersicht mit Anwendungsempfehlungen finden Sie im Korngrößen-Guide.

Ist Kupferschlacke gesundheitsschaedlich?

Kupferschlacke enthaelt weniger als 1 % freies kristallines SiO₂ und ist damit silikosefrei nach TRGS 559. Allerdings entsteht beim Strahlprozess grundsaetzlich mineralischer Feinstaub, der die Atemwege reizen kann. Deshalb ist beim Sandstrahlen immer Atemschutz (Frischluft-Strahlhelm oder mindestens P3-Maske) zu tragen. Beim Strahlen von schwermetallhaltigen Altanstrichen gelten zusaetzliche Schutzvorschriften.

Kann ich Kupferschlacke wiederverwenden?

Nein. Kupferschlacke ist ein Einweg-Strahlmittel. Die scharfkantigen Koerner zersplittern beim Aufprall auf die Oberfläche und verlieren dabei ihre abrasive Wirkung. Eine Wiederverwendung ist weder vorgesehen noch sinnvoll. Der Vorteil: Es wird keine teure Kreislaufanlage zur Rueckgewinnung benoetigt — das spart Investitionskosten und macht Kupferschlacke zur wirtschaftlichen Loesung für Freistrahlarbeiten.

Welchen Kompressor brauche ich?

Die Kompressorleistung hängt von der Duesengroesse ab. Für eine 6-mm-Duese benoetigen Sie mindestens 400 l/min Liefermenge bei 6–7 bar Betriebsdruck. Für groessere Duesen (8–12 mm) sind entsprechend staerkere Kompressoren mit 1.000 l/min und mehr erforderlich. Ein Kolbenkompressor reicht für Heimwerker und Gelegenheitsarbeiten, professionelle Freistrahlarbeiten erfordern Schraubenkompressoren. Richtwerte ohne Gewähr.

Was kostet Kupferschlacke bei Strahlofix?

Alle acht Strahlofix-Fraktionen kosten einheitlich Festpreis EUR pro 25-kg-Sack. Der Versand per DHL ist deutschlandweit kostenlos. Es gibt keine Mindestbestellmenge — Sie können einzelne Säcke oder groessere Mengen bestellen. Bezahlung per PayPal oder Ueberweisung. Lieferzeit: in der Regel 2–3 Werktage nach Bestelleingang.

Kann ich Kupferschlacke auf Aluminium verwenden?

Kupferschlacke mit Mohshaerte 6–7 ist für die meisten Aluminium-Anwendungen zu aggressiv, da Aluminium deutlich weicher ist als Stahl. Bei ausreichend dicken Aluminiumgussteilen ist ein vorsichtiger Einsatz mit feiner Körnung (0,1–0,4 mm) und reduziertem Druck möglich. Für duennwandiges Aluminium (Bleche, Profile) empfehlen wir schonendere Strahlmittel wie Glasperlen oder Nussschalen. Mehr Informationen: Aluminium strahlen.

Was bedeutet SA 2½?

SA 2½ ist ein Reinheitsgrad nach DIN EN ISO 8501-1 und beschreibt eine „sehr gruendlich gestrahlte“ Stahloberflaeche. Zunder, Rost und alte Beschichtungen sind so weit entfernt, dass nur noch leichte Flecken oder Streifen erkennbar sind. SA 2½ ist der am haeufigsten geforderte Vorbereitungsgrad für Korrosionsschutz-Beschichtungen im Stahlbau. Die Strahlofix-Fraktionen 0,2–0,8 mm und 0,2–1,0 mm eignen sich besonders gut für das Erreichen dieses Reinheitsgrads.

Wo kann ich Kupferschlacke bestellen?

Strahlofix Kupferschlacke können Sie direkt auf kupferstrahl.de bestellen. Alle acht Fraktionen sind in der Regel sofort lieferbar. 25-kg-Sack für Festpreis EUR mit kostenlosem DHL-Versand in ganz Deutschland. Bei Fragen: info@kupferstrahl.de.

Wie lagere ich Kupferschlacke richtig?

Kupferschlacke sollte trocken und vor Feuchtigkeit geschuetzt gelagert werden. Die verschlossenen 25-kg-Säcke sind bei trockener Lagerung unbegrenzt haltbar — Kupferschlacke ist ein mineralisches Produkt, das nicht verdirbt. Feuchtigkeit fuehrt zu Verklumpung, die den Materialfluss im Strahlgeraet beeintraechtigt. Keine besonderen Temperaturanforderungen — Kupferschlacke ist thermisch stabil bis 1.460 °C (Schmelzpunkt). Mehrere Korngrößen immer getrennt lagern und eindeutig beschriften.



11. Zusammenfassung — Kupferschlacke Strahlmittel von Strahlofix bestellen

Kupferschlacke (Kupfersilikatschlacke, Eisensilikatschlacke) ist das Standardstrahlmittel für die professionelle Oberflächenvorbereitung in Deutschland. Mit Mohshaerte 6–7, scharfkantiger Kornform und weniger als 1 % freiem kristallinem SiO₂ erfuellt sie die Anforderungen der DIN EN ISO 11126-3 und der TRGS 559. Das Markenprodukt Strahlofix ist in acht definierten Fraktionen von 0,1–0,4 mm bis 1,4–2,8 mm erhaeltlich — für jede Anwendung die passende Körnung.

Strahlofix Kupferschlacke kostet einheitlich Festpreis EUR pro 25-kg-Sack — inklusive kostenlosem DHL-Versand deutschlandweit. Keine Mindestbestellmenge, keine versteckten Kosten. Lieferung in der Regel innerhalb von 2–3 Werktagen.

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Weiterfuehrende Seiten auf kupferstrahl.de

Richtwerte ohne Gewähr — tatsaechliche Parameter abhaengig von Geraet, Oberflächenzustand und Erfahrung des Anwenders. Alle technischen Angaben zu Strahlofix Kupferschlacke basieren auf dem Produktdatenblatt. Normenangaben beziehen sich auf oeffentlich zugaengliche DIN/ISO-Standards.


Qualitätsstandard

Unsere Kupferschlacke erfüllt DIN EN ISO 11126-3 und ist nach europäischem REACH-Standard registriert. Silikosefreies Strahlmittel — kein kristallines SiO₂.

Technische Daten

Mohshärte 6–7 | Spezifisches Gewicht 2,9 g/cm³ | Kornform: scharfkantig | Reinheitsgrade: Sa 2½ bis Sa 3 erreichbar.

Versand & Service

Versandkostenfrei per DHL deutschlandweit. 25-kg-Säcke, 8 Körnungen am Lager. Versand aus Prebitz (Oberfranken), Lieferzeit 2–3 Werktage.