Kran strahlen mit Kupferschlacke ist das mechanische Abtragen von Korrosion, alten Beschichtungen und Walzhaut an Krankonstruktionen — Turmdrehkranen, Portalkranen, Brückenkranen und Mobilkranen — mithilfe eines Eisensilikat-Strahlmittels (FeSiO₃) nach DIN EN ISO 11126-3. Die scharfkantige Kornstruktur der Kupferschlacke, auch Kupferhüttenschlacke, Schmelzkammerschlacke oder Kupfersilikatschlacke genannt, erzeugt den Reinheitsgrad Sa 2½ bis Sa 3 und das Rauheitsprofil, das für industrielle Korrosionsschutzsysteme an Kranen gefordert wird.
Kran strahlen mit Kupferschlacke — Korrosionsschutz für tragende Stahlkonstruktionen
Warum Krane regelmässig gestrahlt werden müssen
Krane sind tragende Stahlkonstruktionen, die permanent der Witterung ausgesetzt sind. Turmdrehkrane stehen auf Baustellen oft monatelang im Freien. Portalkrane in Häfen und auf Werftgeländen sind zusätzlich salzhaltiger Luft ausgesetzt. Brückenkrane in Produktionshallen leiden unter Hitze, Feuchtigkeit und chemischen Einflüssen. In allen Fällen greift Korrosion das Tragwerk an — und bei Kranen ist Korrosion ein Sicherheitsthema.
Der Korrosionsschutz an Kranen wird in regelmässigen Intervallen erneuert. Die Prüfingenieure, die Krane nach BetrSichV und DGUV Vorschrift 52 inspizieren, achten gezielt auf den Zustand der Beschichtung. Wenn die alte Beschichtung versagt — durch Risse, Abblättern oder Unterwanderung — muss sie bis auf den blanken Stahl abgetragen werden, bevor ein neues Beschichtungssystem aufgebaut werden kann.
Kupferschlacke ist für diese Aufgabe besonders geeignet, weil sie den geforderten Reinheitsgrad Sa 2½ nach DIN EN ISO 8501-1 zuverlässig erzeugt und gleichzeitig ein Rauheitsprofil hinterlässt, das Hochleistungs-Korrosionsschutzsysteme benötigen.
Typische Krantypen und ihre Strahlanforderungen
Turmdrehkrane
Turmdrehkrane bestehen aus einem Turmstück, Ausleger und Gegenausleger, Drehbühne und Unterwagen. Die Stahlprofile — vor allem Winkeleisen, Hohlprofile und Gitterträger — sind an den Knotenpunkten und Schweissnähten besonders korrosionsgefährdet. Das Strahlen erfolgt häufig abschnittsweise, wenn der Kran abgebaut und auf dem Lagerplatz überholt wird.
Portalkrane und Brückenkrane
Portalkrane in Häfen und auf Freigeländen tragen extreme Lasten über grosse Spannweiten. Ihre massiven Stahlkonstruktionen — Portalstützen, Brückenträger, Laufschienen — erfordern bei der Sanierung ein besonders gründliches Strahlen, da die Beschichtungssysteme für Korrosivitätskategorie C4 oder C5 nach DIN EN ISO 12944 ausgelegt sind. Brückenkrane in Hallenbetrieben sind weniger korrosionsbelastet, aber Hitze und Staub können die Beschichtung ebenfalls schädigen.
Mobilkrane und Autokrane
Der Ausleger, die Abstützung und das Drehwerk eines Mobilkrans bestehen aus hochfestem Stahl. Die Beschichtung muss hier nicht nur Korrosionsschutz bieten, sondern auch mechanischen Belastungen (Steinschlag, Anstösse beim Auf- und Abbau) standhalten. Das Strahlen mit Kupferschlacke erzeugt eine Oberfläche, auf der mechanisch belastbare 2K-Polyurethan- oder Epoxid-Systeme optimal haften.
Die richtige Kupferschlacke-Körnung für Krane
Krankonstruktionen bestehen überwiegend aus mitteldickem bis schwerem Baustahl. Die Körnungswahl richtet sich nach dem Korrosionszustand und dem geforderten Rauheitsprofil:
- 0,2–1,4 mm (Universell): Die Standardwahl für allgemeine Korrosionsschutzarbeiten an Krankonstruktionen. Deckt den Grossteil der Aufgaben ab — von leichter Korrosion bis mittelstarkem Rost an Profilen, Schweissnähten und Knotenblechen.
- 0,5–1,4 mm (Mittel-grob): Für stark korrodierte Bereiche an Portalstützen, Laufschienen und Fundamentrahmen. Erzeugt einen intensiveren Abtrag und ein ausgeprägteres Rauheitsprofil, das für Hochleistungs-Korrosionsschutzsysteme in den Kategorien C4 und C5 benötigt wird.
- 0,5–2,0 mm (Grob): Für schwere Entrostung an Gittermasten, an stark verrosteten Ausleger-Segmenten und an Krandrehwerken mit massivem Korrosionsbefall. In der Praxis die Wahl bei Kranen, die über Jahre ohne Korrosionsschutz-Erneuerung im Freien standen.
Erfahrungsgemäss beginnen professionelle Kran-Sanierer mit der universellen Fraktion und wechseln nur an besonders stark befallenen Stellen zur gröberen Körnung. So wird ein effizienter Abtrag ohne übermässigen Materialabtrag am Grundwerkstoff erzielt.
Technische Daten Kupferschlacke — Strahlofix
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Bezeichnung | Eisensilikat (FeSiO₃) / Kupferhüttenschlacke |
| Mohshärte | 6–7 |
| Schüttdichte | 1,6 Mg/m³ |
| Spezifisches Gewicht | 2,9 g/cm³ |
| Schmelzpunkt | 1460 °C |
| Kornform | Braunes, scharfkantiges Granulat |
| Freies Silizium | < 1 % |
| Norm | DIN EN ISO 11126-3 |
| Abfallschlüssel | 12 01 21 |
Alle Fraktionen im Detail unter Technisches Datenblatt Strahlofix →
Praxistipps für das Strahlen von Krankonstruktionen
Arbeitsvorbereitung und Sicherheit
Das Strahlen von Kranen findet oft in grosser Höhe statt oder erfordert Zugang zu schwer erreichbaren Strukturen. Gerüste, Hubarbeitsbühnen oder Seilzugangstechnik müssen vor Strahlbeginn eingerichtet sein. Die persönliche Schutzausrüstung — fremdbelüfteter Strahlhelm, Gehörschutz, Schutzkleidung — ist bei Arbeiten an Krankonstruktionen besonders wichtig, da der Strahlstaub in höheren Lagen stärker verweht wird.
Abschnittsweise arbeiten
Krane sind grossflächige Konstruktionen. In der Praxis wird abschnittsweise gestrahlt und sofort grundiert, bevor der nächste Abschnitt bearbeitet wird. So wird verhindert, dass freigestrahlter Stahl über Nacht Flugrost ansetzt. Bei Freiluftarbeiten ist dieses Vorgehen besonders relevant — die Standzeit von freigestrahltem Stahl bis zum Auftreten von Flugrost kann bei hoher Luftfeuchtigkeit unter vier Stunden liegen.
Schweissnähte und Knotenpunkte
Die Knotenpunkte — dort, wo Gurtungen, Diagonalen und Knotenbleche zusammentreffen — sind die korrosionskritischsten Stellen an Krankonstruktionen. Hier sammelt sich Feuchtigkeit, und die Beschichtung wird durch mechanische Belastung (Verformungen unter Last) zusätzlich beansprucht. Diese Bereiche gründlich zu strahlen, einschliesslich der Schweissnahtwurzeln und Spalte, ist für die Langlebigkeit des Korrosionsschutzes entscheidend.
Dokumentation für Prüfingenieure
Bei sicherheitsrelevanten Kranüberholungen dokumentieren professionelle Strahlbetriebe den erreichten Reinheitsgrad (Sa 2½ oder Sa 3 nach DIN EN ISO 8501-1), das Rauheitsprofil und die verwendete Strahlmittelspezifikation. Kupferschlacke nach DIN EN ISO 11126-3 erfüllt die Anforderungen, die Korrosionsschutz-Spezifikationen im Kranbau vorschreiben.
Sandstrahlen, Strahlsand und Strahlgut — Fachbegriffe beim Kran strahlen
In der Strahltechnik beschreiben Sandstrahlen, Strahlsand und Strahlgut dieselbe Tätigkeit aus verschiedenen Blickwinkeln. Das Sandstrahlen ist der historisch gewachsene Begriff für das Druckluftstrahlverfahren, mit dem Krankonstruktionen von Rost und alten Beschichtungen befreit werden — heute allerdings ohne Quarzsand, der nach TRGS 559 für diese Arbeiten nicht mehr zulässig ist. Strahlsand ist der umgangssprachliche Sammelbegriff für das körnige Abrasivmaterial, das beim Entrosten von Turmdrehkranen, Portalkranen und Mobilkranen zum Einsatz kommt. Strahlgut ist der technische Fachausdruck nach DIN EN ISO 11126-3 für das silikosefreie Eisensilikat-Granulat, das durch die Strahldüse beschleunigt und auf Kranträger, Ausleger und Knotenbleche gelenkt wird. Alle drei Begriffe bezeichnen im Kranbau dasselbe: scharfkantige Kupferschlacke mit Mohshärte 6–7, die den Reinheitsgrad Sa 2½ bis Sa 3 nach DIN EN ISO 8501-1 erzeugt.
Häufige Fehler beim Kran-Strahlen
- Hohlprofile innen nicht strahlen: Kastenträger und geschlossene Hohlprofile korrodieren von innen, wenn Kondenswasser eindringt. Nur die Aussenfläche zu strahlen löst das Problem nicht. Wo möglich, sollten Inspektionsöffnungen genutzt werden, um auch die Innenflächen zu behandeln.
- Grundierung erst am nächsten Tag: Freigestrahlter Stahl an einem Kran auf offenem Gelände korrodiert bei Regen oder Nebel innerhalb von Stunden. Strahlen und Grundieren gehören in denselben Arbeitsabschnitt.
- Bolzenverbindungen überstrahlen: Hochfeste Schrauben und Bolzen in tragenden Verbindungen dürfen nicht unkontrolliert gestrahlt werden. Der Abtrag am Gewinde kann die Vorspannkraft beeinflussen. Solche Verbindungsmittel werden in der Regel vor dem Strahlen abgedeckt oder demontiert.
- Zu feine Körnung für schwere Korrosion: An Kranen, die über Jahre im Freien standen, findet sich oft grossflächiger, tiefer Lochfrass. Feine Körnungen unter 0,5 mm erreichen den Grund dieser Korrosionsnarben nicht zuverlässig. Hier ist mindestens 0,5–1,4 mm nötig.
Kupferschlacke für Ihre Kran-Sanierung bestellen — Strahlofix
Strahlofix liefert Kupferschlacke für den professionellen Korrosionsschutz an Krankonstruktionen — von der universellen Fraktion 0,2–1,4 mm für Standardarbeiten bis zur groben 0,5–2,0 mm für schwere Entrostung. Jeder 25-kg-Sack kostet 19,99 EUR. Der DHL-Versand innerhalb Deutschlands ist kostenfrei.
Weitere Einsatzfelder im Stahlbau finden Sie unter Brücke strahlen und Anwendungsübersicht. Das technische Datenblatt dokumentiert alle Fraktionen im Detail.
Häufig gestellte Fragen — Kran strahlen mit Kupferschlacke
Für die meisten Korrosionsschutzarbeiten an Turmdrehkranen empfehlen wir die Kupferschlacke-Körnung 0,2–1,4 mm von Strahlofix. Sie deckt leichte bis mittelstarke Korrosion ab und erzeugt ein Rauheitsprofil, das für industrielle Beschichtungssysteme geeignet ist. Bei starkem Korrosionsbefall — etwa an jahrelang ungeschützten Gittermasten — kann die gröbere Fraktion 0,5–1,4 mm oder 0,5–2,0 mm erforderlich sein.
Kupferschlacke erzeugt je nach Strahlintensität den Reinheitsgrad Sa 2½ bis Sa 3 nach DIN EN ISO 8501-1. Die Mohshärte von 6–7 und die scharfkantige Kornform sorgen dafür, dass auch fest haftende Walzhaut und tiefer Rost vollständig abgetragen werden — die Voraussetzung für Hochleistungs-Korrosionsschutzsysteme nach DIN EN ISO 12944.
Ja. Kupferschlacke wird über mobile Strahlkessel gefördert, die auch in der Höhe einsetzbar sind. Die Schüttdichte von 1,6 Mg/m³ ermöglicht einen gleichmässigen Materialfluss durch die Strahlleitung. In der Praxis wird häufig mit Hubarbeitsbühnen oder Seilzugangstechnik gearbeitet, um alle Bereiche der Krankonstruktion zu erreichen.
Freigestrahlter Stahl an einem Kran im Freien sollte innerhalb weniger Stunden grundiert werden. Bei hoher Luftfeuchtigkeit kann Flugrost bereits nach kurzer Zeit auftreten. In der Praxis wird abschnittsweise gestrahlt und sofort grundiert, bevor der nächste Abschnitt bearbeitet wird.
Kupferschlacke nach DIN EN ISO 11126-3 erfüllt die Anforderungen an das Strahlmittel, die in Korrosionsschutz-Spezifikationen nach DIN EN ISO 12944 vorgeschrieben werden. Das betrifft insbesondere den erreichbaren Reinheitsgrad (Sa 2½ bis Sa 3), die geringe Kontamination (freies Silizium unter 1 %) und das definierte Rauheitsprofil, das die Spezifikation für den jeweiligen Beschichtungsaufbau fordert.
Ratgeber & Anleitungen
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