Kupferschlacke Strahlmittel — Anwendung

Steg und Anlegestelle strahlen mit Kupferschlacke — maritime Stahlkonstruktionen instand setzen

Steg- und Anlegestellenkonstruktionen aus Stahl sind permanent Feuchtigkeit, Spritzwasser und Salzluft ausgesetzt — Bedingungen, die zu beschleunigter Korrosion führen. Das Strahlen mit…

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Steg- und Anlegestellenkonstruktionen aus Stahl sind permanent Feuchtigkeit, Spritzwasser und Salzluft ausgesetzt — Bedingungen, die zu beschleunigter Korrosion führen. Das Strahlen mit Kupferschlacke bereitet diese maritimen Stahlbauwerke normgerecht für die Neubeschichtung vor und erreicht dabei selbst in schwer zugänglichen Bereichen wie Versteifungsrippen, Knotenblechen und Unterseiten den geforderten Reinheitsgrad SA 2.5. Der niedrige Chloridgehalt des Eisensilikat-Strahlmittels ist bei Hafen- und Uferkonstruktionen besonders relevant, da Salzrückstände unter der Beschichtung zu vorzeitigem Versagen führen.

Typische Konstruktionen an Stegen und Häfen

Konstruktion Material Korrosionsbelastung Empfohlene Fraktion Strahldruck
Stahlsteg-Tragwerk S235/S355 Hoch (Spritzwasser) 0,5–1,0 mm 6–7 bar
Pontonbrücke Stahlschwimmer Sehr hoch (Wasserlinie) 0,5–2,0 mm 7–8 bar
Dalben und Poller Stahl/Gusseisen Hoch 0,5–2,0 mm 7–8 bar
Laufsteg-Geländer Stahlrohr Mittel 0,5–1,0 mm 5–6 bar
Slipanlage-Schienen Stahl verzinkt Mittel–Hoch 0,5–1,0 mm 6–7 bar

Besondere Herausforderungen bei Hafenanlagen

Arbeiten über Wasser

Das Strahlen über Wasserflächen erfordert Auffangsysteme für verbrauchtes Strahlmittel und Abrieb. Kupferschlacke als inertes Eisensilikat ist wasserunlöslich und nicht toxisch — dennoch schreiben Hafenbehörden häufig eine vollständige Rückgewinnung vor. Planen Sie Planen und Gitterroste unter der Arbeitsfläche ein.

Gezeiten und Wasserstände

An tidebeeinflussten Standorten variiert der Wasserstand die zugängliche Stahlfläche. Koordinieren Sie Strahlarbeiten mit den Gezeitentabellen und nutzen Sie Niedrigwasserphasen für Arbeiten an der Wasserlinie.

Witterungsabhängigkeit

Offene Hafenanlagen bieten keinen Witterungsschutz. Strahlen Sie bei trockener Witterung und Temperaturen über 5 °C. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte unter 80 % liegen, um Flugrost auf der frisch gestrahlten Oberfläche zu minimieren.

Schritt-für-Schritt: Steg-Stahlkonstruktion strahlen

1. Zugänglichkeit und Arbeitssicherheit klären

Errichten Sie Arbeitsgerüste oder nutzen Sie Hubarbeitsbühnen für schwer erreichbare Unterseiten. Sichern Sie den Arbeitsbereich gegen Absturz und unbefugten Zutritt. Bei Arbeiten über Wasser ist eine Rettungsweste vorgeschrieben.

2. Umweltschutzmaßnahmen treffen

Spannen Sie engmaschige Auffangnetze oder Planen unter der Stegkonstruktion, um Strahlmittel und Farbreste aufzufangen. Verbrauchte Kupferschlacke mit Altbeschichtungsresten gemäß örtlicher Vorschriften entsorgen.

3. Lose Korrosionsprodukte vorab entfernen

Großflächige Rostschollen und blätternde Altbeschichtung mit Spachtel und Drahtbürste ablösen. Bei Pontons und Schwimmstegen: Bewuchs an der Wasserlinie mit Hochdruck abspülen.

4. Sektionsweise strahlen

Teilen Sie die Konstruktion in handhabbare Abschnitte auf. Strahlen Sie jeden Abschnitt vollständig und beschichten Sie ihn noch am selben Tag. In der salzhaltigen Hafenluft beginnt Flugrost bereits nach 30–60 Minuten.

5. Knotenbleche und Hohlprofile besonders beachten

In den Verbindungspunkten der Stahlkonstruktion sammelt sich Feuchtigkeit und Schmutz. Verwenden Sie eine schmale Düse (5–6 mm) und strahlen Sie diese Bereiche im spitzen Winkel, um alle Flanken zu erreichen.

6. Korrosionsschutz-System aufbringen

Maritime Stahlkonstruktionen erfordern Mehrschicht-Beschichtungssysteme mit mindestens 320 µm Gesamtschichtdicke. Typisch: Epoxid-Zinkstaub-Grundierung + Epoxid-Zwischenbeschichtung + Polyurethan-Deckbeschichtung.

Häufig gestellte Fragen

Die Intervalle hängen vom Beschichtungssystem und der Korrosionsbelastung ab. Gut beschichtete Stege in Binnengewässern halten 10–15 Jahre. An der Küste mit Salzwasserexposition kann eine Überholung alle 5–8 Jahre nötig sein. Regelmäßige Inspektion erkennt Schadstellen frühzeitig.

Ja, Kupferschlacke kann die Zinkschicht für eine Neuverzinkung vorbereiten. Allerdings wird die Zinkbeschichtung dabei vollständig entfernt. Wenn nur oberflächliche Korrosion auf der Zinkschicht vorliegt, ist ein schonenderes Sweep-Blasting mit reduziertem Druck die bessere Wahl, um die intakte Zinkschicht zu erhalten.

Kupferschlacke ist als inertes Material nicht wassergefährdend. Dennoch verlangen die meisten Hafenordnungen eine vollständige Rückgewinnung des Strahlmittels. Richten Sie Auffangsysteme ein und dokumentieren Sie die fachgerechte Entsorgung — insbesondere wenn Antifouling-Reste im Abrieb enthalten sind.

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