Kupferschlacke Strahlmittel — Anwendung

Stahlmasten strahlen mit Kupferschlacke — Freileitungsmasten und Gittermasten vor Korrosion schützen

Stahlmasten strahlen mit Kupferschlacke ist ein wesentlicher Schritt bei der Korrosionsschutz-Sanierung von Freileitungsmasten, Gittermasten und Sendemasten. Die verzweigten Gitterstrukturen aus…

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Stahlmasten strahlen mit Kupferschlacke ist ein wesentlicher Schritt bei der Korrosionsschutz-Sanierung von Freileitungsmasten, Gittermasten und Sendemasten. Die verzweigten Gitterstrukturen aus Winkelprofilen und L-Stahl bieten dem Rost maximale Angriffsfläche — jede Knotenblech-Verbindung, jede Schraubenlasche und jeder Profilstoß ist ein potenzieller Korrosionsherd. Kupferschlacke dringt als Freistrahlenverfahren in diese schwer zugänglichen Geometrien ein und erreicht den Reinheitsgrad SA 2.5, den Beschichtungssysteme nach ISO 12944 C4 und C5 für langfristigen Schutz benötigen.

Typische Mastkonstruktionen

Masttyp Konstruktion Korrosionsklasse Fraktion Strahldruck
Freileitung 110 kV (Gittermast) Winkelprofile verschraubt C4 (Landklima) 0,5–1,0 mm 6–7 bar
Freileitung 380 kV (Gittermast) Schwere Winkelprofile C4–C5 0,5–2,0 mm 7–8 bar
Sendemast (Gittermast) Winkelprofile, Rundrohr C3–C4 0,5–1,0 mm 6–7 bar
Straßenbeleuchtung (Stahlrohr) Stahlrohr Ø 100–250 mm C3 0,5–1,0 mm 5–6 bar
Mobilfunkmast Stahlrohr/Gitter C3 0,5–1,0 mm 5–6 bar

Besonderheiten bei Freileitungsmasten

Arbeiten unter Spannung

Freileitungen können für die Korrosionsschutz-Sanierung häufig nicht freigeschaltet werden. Die Strahlarbeiten finden unter Einhaltung der Sicherheitsabstände nach DIN VDE 0105-100 statt. Der Mindestabstand zu 110-kV-Leitungen beträgt 1,5 Meter — Strahlgeräte müssen geerdet sein.

Höhenzugang

Gittermasten erreichen Höhen von 30–60 Metern. Der Zugang erfolgt über Steigschutzeinrichtungen oder Seilklettertechnik. Mobile Kompressoren am Mastfuß versorgen die Strahlgeräte in der Höhe über lange Schlauchstrecken — hier treten Druckverluste auf, die einkalkuliert werden müssen.

Witterungsabhängigkeit

Auf offenen Masten ist das Strahlen nur bei trockenem Wetter, Windstärken unter 5 Beaufort und Temperaturen über 5 °C möglich. Ein plötzlicher Wetterumschwung kann die Arbeit für Tage unterbrechen — die Baustellenplanung muss entsprechend flexibel sein.

Schritt-für-Schritt: Gittermast strahlen

1. Abschnittsweise Planung

Teilen Sie den Mast in horizontale Sektionen (typisch 5–10 Meter Höhe pro Abschnitt). Jede Sektion wird vollständig gestrahlt und beschichtet, bevor zur nächsten gewechselt wird — so bleibt die Standzeit des blanken Stahls minimal.

2. Bodenbereich absichern

Errichten Sie am Mastfuß eine Auffangzone für herabfallendes Strahlmittel. In Naturschutzgebieten oder landwirtschaftlichen Flächen sind vollständige Einhausungen mit Gerüst und Planen vorgeschrieben.

3. Knotenbleche und Verbindungen besonders bearbeiten

Die verschraubten Knotenbleche an Gittermasten sind die korrosionskritischsten Punkte. Unter Schraubenköpfen und in Spalten sammelt sich Feuchtigkeit. Strahlen Sie diese Bereiche mit schmaler Düse aus verschiedenen Richtungen, um alle Flanken zu erreichen.

4. Wandstärke kontrollieren

Prüfen Sie an jedem Knotenpunkt die Restwandstärke der Profile. Winkelprofile unter 3 mm Restwandstärke müssen verstärkt oder ersetzt werden. Die Inspektion ist integral Bestandteil jeder Korrosionsschutz-Sanierung an tragenden Konstruktionen.

5. Beschichtungssystem auftragen

Typisch für Gittermasten: Epoxid-Zinkstaub-Grundierung (80 µm) + Epoxid-Zwischenbeschichtung (120 µm) + PU-Deckbeschichtung (60 µm). Gesamtschichtdicke mindestens 260 µm für Korrosionskategorie C4. Für Küstenstandorte (C5-M) wird die Schichtdicke auf 320+ µm erhöht.

6. Dokumentation und Abnahme

Erstellen Sie ein Strahlprotokoll mit Klimadaten, Reinheitsgrad-Prüfung und Rauheitsmessung für jeden Abschnitt. Netzbetreiber fordern lückenlose Dokumentation als Nachweis der normgerechten Ausführung.

Häufig gestellte Fragen

Bei normgerechter Oberflächenvorbereitung (SA 2.5) und einem Beschichtungssystem nach ISO 12944 C4 beträgt die Standzeit 15–25 Jahre. An exponierten Standorten (Küste, Industriegebiet) kann die Standzeit auf 10–15 Jahre sinken. Regelmäßige Inspektion alle 5 Jahre erkennt Beschichtungsschäden frühzeitig.

Der Verbrauch hängt von der Mastgröße und dem Korrosionszustand ab. Für einen typischen 110-kV-Gittermast (ca. 40 m Höhe) rechnen Sie mit 300–600 kg Kupferschlacke. Für einen 380-kV-Donaumast mit seinen massiven Profilquerschnitten kann der Bedarf 1.000 kg übersteigen.

Ja, Kupferschlacke entfernt sowohl die Altzinkschicht als auch den darunterliegenden Rost. Bei Masten, deren Verzinkung noch teilweise intakt ist, kann alternativ ein Sweep-Blasting (leichtes Anstrahlen) durchgeführt werden, das nur die korrodierten Stellen bis auf blankes Metall freilegt und die intakte Verzinkung schont.

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