Kupferschlacke Strahlmittel — Anwendung

3D-Druck strahlen mit Kupferschlacke — Metallteile aus additiver Fertigung nachbearbeiten

3D-Druck strahlen mit Kupferschlacke ist ein etablierter Nachbearbeitungsschritt für Metallteile aus der additiven Fertigung. Bauteile, die im Selective Laser Melting (SLM), Direct Metal Laser…

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3D-Druck strahlen mit Kupferschlacke ist ein etablierter Nachbearbeitungsschritt für Metallteile aus der additiven Fertigung. Bauteile, die im Selective Laser Melting (SLM), Direct Metal Laser Sintering (DMLS) oder Electron Beam Melting (EBM) hergestellt wurden, verlassen den Drucker mit rauen, körnigen Oberflächen, die für den Einsatz oft nicht direkt verwendbar sind. Feines Kupferschlacke-Granulat (0,1–0,4 mm) bei niedrigem Strahldruck (2–4 bar) glättet die Oberfläche, entfernt lose Pulverreste und verbessert die Oberflächenqualität um bis zu zwei Rauheitsstufen — ein entscheidender Schritt auf dem Weg vom gedruckten Rohling zum fertigen Bauteil.

Herausforderungen bei 3D-gedruckten Metallteilen

Typische Oberflächendefekte

Defekt Ursache Strahlbehandlung
Raue Oberfläche (Ra 8–15 µm) Schichtaufbau, Pulvergröße Glätten auf Ra 3–6 µm durch Strahlen
Anhaftende Pulverpartikel Unvollständiges Entpulvern Strahlen löst gebundene Partikel
Stützstruktur-Reste Entfernte Supports hinterlassen Narben Gezieltes Nachstrahlen der Bruchstellen
Treppenstufen-Effekt Schichtbauweise bei geneigten Flächen Strahlen reduziert den Treppeneffekt
Oxidverfärbungen Prozessbedingt (bei Titan, Inconel) Strahlen entfernt Anlauffarben

Typische Metall-3D-Druck-Werkstoffe

Werkstoff Mohshärte Max. Strahldruck Fraktion Hinweis
Edelstahl 316L 5–6 3–4 bar 0,1–0,4 mm Standardwerkstoff
Werkzeugstahl (1.2709) 6–7 4–5 bar 0,2–0,5 mm Härter, verträgt mehr
Aluminium AlSi10Mg 2,5–3 2–3 bar 0,1–0,4 mm Sehr vorsichtig
Titan Ti6Al4V 6 3–4 bar 0,1–0,4 mm Hochwertiges Material
Inconel 718 6–7 4–5 bar 0,2–0,5 mm Luft-/Raumfahrt
CoCr (Dental) 6–7 3–4 bar 0,1–0,4 mm Filigrane Geometrien

Schritt-für-Schritt: 3D-Druckteil nachbearbeiten

1. Bauteil von der Bauplatte trennen

Nach dem Druck wird das Teil von der Bauplatte getrennt (Drahterodieren, Bandsäge). Die Trennfläche ist rau und kann nach dem Strahlen plangeschliffen werden.

2. Stützstrukturen mechanisch entfernen

Brechen oder schneiden Sie die groben Stützstrukturen (Supports) ab. Es bleiben Narben und raue Bruchstellen zurück, die im nächsten Schritt durch Strahlen geglättet werden.

3. Loses Pulver ausblasen

Blasen Sie alle Kanäle, Hohlräume und Hinterschnitte mit Druckluft aus. Ungebundenes Metallpulver in internen Geometrien kann beim Strahlen herausfallen und die Oberflächenqualität beeinträchtigen.

4. Feinstrahlgang durchführen

Strahlen Sie das Bauteil mit der ultrafeinen Fraktion (0,1–0,4 mm) bei 2–3 bar in einer kleinen Strahlkabine. Halten Sie die Düse im Abstand von 5–15 cm und bewegen Sie sie gleichmäßig über die Oberfläche. Bei komplexen Geometrien rotieren Sie das Bauteil, um alle Flächen zu erreichen.

5. Interne Kanäle strahlen (optional)

Bei Bauteilen mit internen Kühlkanälen oder Strömungsgeometrien kann Kupferschlacke durch die Öffnungen eingeblasen werden, um die Innenflächen zu glätten. Spülen Sie anschließend alle Kanäle gründlich mit Druckluft, um Restpartikel zu entfernen.

6. Oberfläche messen und dokumentieren

Messen Sie die erzielte Oberflächenrauheit (Ra/Rz) mit einem Profilometer. Dokumentieren Sie die Werte — in der Luftfahrt und Medizintechnik sind Oberflächenspezifikationen Teil der Bauteilfreigabe.

Vergleich: Kupferschlacke vs. andere Nachbearbeitungsverfahren

Verfahren Rauheitsverbesserung Geometriefreiheit Kosten Geschwindigkeit
Kupferschlacke-Strahlen Ra 8→3 µm Hoch (Freiform) Niedrig Schnell
Glasperlen-Strahlen Ra 8→4 µm Hoch Mittel Schnell
Chemisches Polieren Ra 8→1 µm Mittel Hoch Langsam
Elektropolieren Ra 8→0,5 µm Eingeschränkt Sehr hoch Langsam
CNC-Nachbearbeitung Ra→0,2 µm Eingeschränkt Sehr hoch Langsam
Trowalisieren Ra 8→4 µm Schüttgut-fähig Mittel Mittel

Kupferschlacke bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für die erste Oberflächenverbesserung nach dem Druckprozess. Für höchste Anforderungen (Luftfahrt, Medizin) wird das Strahlen oft als erster Schritt mit anschließendem Elektropolieren oder chemischem Glätten kombiniert.

Häufig gestellte Fragen

Bei den empfohlenen Parametern (feine Fraktion, 2–3 bar) ist der Materialabtrag minimal — typischerweise unter 0,02 mm. Für Passungen und enge Toleranzen sollten Sie die Strahlzugabe jedoch in der CAD-Konstruktion berücksichtigen, insbesondere bei weichen Materialien wie Aluminium.

Stützstruktur-Narben werden durch das Strahlen deutlich geglättet, aber nicht immer vollständig unsichtbar gemacht. Tiefe Support-Narben erfordern mechanische Nacharbeit (Schleifen, Fräsen) vor dem Strahlen. Das Strahlen vereinheitlicht danach die Oberflächenstruktur des gesamten Bauteils.

Nein, Kupferschlacke ist zu aggressiv für thermoplastische Druckteile (PLA, ABS, PETG, Nylon). Diese werden besser mit Glasperlen oder Walnussschalen-Granulat nachbearbeitet. Kupferschlacke eignet sich ausschließlich für metallische 3D-Druckteile.

Der Verbrauch hängt stark von der Bauteilgröße ab. Kleine Prototypen (Handflächengröße) benötigen 100–300 g. Größere Komponenten (z. B. Turbinenblätter, Gehäuse) verbrauchen 500 g–2 kg. Ein 25-kg-Sack reicht für eine große Anzahl typischer 3D-Druckteile.

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