Kupferschlacke Strahlmittel — Branche

Kupferschlacke in der Lackiererei

Oberflächenvorbereitung mit definierter Rautiefe — die Grundlage für langlebige Beschichtungen. Von 15 µm bis 120 µm, gesteuert über die Wahl der Kupferschlacke-Fraktion.

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Rautiefe gezielt einstellen — die zentrale Aufgabe

Jedes Beschichtungssystem stellt spezifische Anforderungen an die Oberflächenrauheit:

BeschichtungstypRautiefe RzKupferschlacke-Fraktion
Epoxid-Grundierung (2K)40–75 µm0,2–0,5 oder 0,2–0,8
PU-Decklack25–50 µm0,2–0,5
Pulverbeschichtung50–80 µm0,2–0,8 oder 0,2–1,0
Zinkstaubbeschichtung60–100 µm0,5–1,4
Unterbodenschutz (PVC/Wachs)40–60 µm0,2–0,5
Thermische Spritzschicht80–120 µm0,5–2,0 oder 1,4–2,8

Warum ist die Rautiefe so wichtig?

Lackschichten haften auf glatten Oberflächen nur über chemische Adhäsion. Raue Oberflächen bieten zusätzlich mechanische Verankerung: Der Primer fließt in die Täler des Strahlprofils und verkrallt sich beim Aushärten. Zu hohe Rauheit führt dazu, dass Profilspitzen durch die Beschichtung ragen und als Korrosionsinitiationspunkte wirken.

Arbeitsabläufe in der Lackiererei

Neulackierung nach Entrostung

1. Altbeschichtung entfernen: Kupferschlacke 0,2–0,8 mm bei 4–5 bar
2. Reinheitsgrad kontrollieren: visuell Sa 2,5 nach ISO 8501-1
3. Staubfrei abblasen mit ölfreier Druckluft
4. Grundierung innerhalb von 60–120 Minuten
5. Epoxid-Primer aufsprühen (40–60 µm nass)
6. Aushärten, dann Decklack

Spot Repair — punktuelle Ausbesserung

Kupferschlacke 0,1–0,4 mm mit Saugstrahlpistole bei 3–4 bar. Schadenbereich umschleifen, strahlen, dann Füller → Basislack → Klarlack.

Kupferschlacke vs. andere Vorbereitungsverfahren

VerfahrenRautiefeVorteileNachteile
Kupferschlacke15–120 µmDefiniertes Profil, schnellStaubentwicklung
Schleifen20–50 µmStaubarm mit AbsaugungLangsam, ungleichmäßig
PhosphatierungChemischGleichmäßigNassprozess, Entsorgung
FlammentstrostenThermischSchnell bei dicken SchichtenWärmeverzug, Brandgefahr

Qualitätskontrolle nach dem Strahlen

Rautiefenmessung

Tastschnittgerät (DIN EN ISO 4287): genaueste Methode
Vergleichsmuster (ISO 8503-1): Sichtvergleich mit Referenzplatten
Replica-Tape (Testex-Band): Profildruck per Bügelmessschraube messen

Reinheitsgradprüfung

Sa 2,5: keine sichtbaren Reste von Rost, Zunder oder Altbeschichtung. Sa 3: blankes Metall mit metallischem Glanz.

Lagerhaltung im Lackierbetrieb

• Papiersäcke auf Palette, nie direkt auf Betonboden
• Angebrochene Säcke verschließen
• Von Lösemitteln und Lacknebel fernhalten
• Lagerdauer: unbegrenzt bei Trockenheit

Häufig gestellte Fragen

Ja. Öl- und Fettreste verschmieren beim Strahlen in die Oberfläche. Vor dem Strahlen mit Silikonentferner reinigen.

Nein. Kupferschlacke ist ein Einwegmedium. Strahlkabinen mit Umwälzsystem sind für Mehrweg-Strahlmittel wie Korund ausgelegt.

Ja. Bei 90° Auftreffwinkel ist der Abtrag maximal. Flacherer Winkel (30–45°) reduziert die Profiltiefe für die Feinbearbeitung.

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