Kupferschlacke Strahlmittel — Anwendung

Stahlträger strahlen mit Kupferschlacke — Oberflächenvorbereitung im Stahlbau

Kupferschlacke ist das bevorzugte Strahlmittel für die professionelle Bearbeitung von Stahlträgern im konstruktiven Stahlbau. Mit einer Mohshärte von 6–7 und scharfkantiger Kornform erzeugt…

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Kupferschlacke ist das bevorzugte Strahlmittel für die professionelle Bearbeitung von Stahlträgern im konstruktiven Stahlbau. Mit einer Mohshärte von 6–7 und scharfkantiger Kornform erzeugt Eisensilikat-Granulat die nach DIN EN ISO 8501-1 geforderten Oberflächengüten SA 2.5 und SA 3 — zuverlässig und wirtschaftlich. Ob I-Träger, HEB-Profile oder geschweißte Sonderkonstruktionen: Kupferschlacke entfernt Walzhaut, Rost und Altbeschichtungen in einem Arbeitsgang.

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Warum Kupferschlacke für Stahlträger die beste Wahl ist

Im Stahlbau gelten strenge Anforderungen an die Oberflächenvorbereitung. Korrosionsschutz-Systeme nach DIN EN ISO 12944 funktionieren nur auf korrekt vorbereiteten Untergründen. Kupferschlacke als Einweg-Strahlmittel bietet hier entscheidende Vorteile gegenüber recyclingfähigen Strahlmitteln:

  • Kein Kontaminationsrisiko: Frisches Strahlgut bei jedem Einsatz — keine Verschleppung von Salzen oder Altbeschichtungen
  • Niedriger Chloridgehalt (< 25 ppm): Unverzichtbar bei Trägern, die anschließend hochwertige Beschichtungssysteme erhalten
  • Gleichmäßiges Rautiefeprofil: Die kantige Kornstruktur erzeugt eine definierte Ankerhaftung für Grundierungen

Erfahrungsgemäß lässt sich mit Kupferschlacke der Körnung 0,5–1,4 mm an einem 8-Stunden-Arbeitstag eine Fläche von 30–50 m² Stahlträger auf SA 2.5 vorbereiten — abhängig vom Ausgangszustand und der Profilgeometrie.

Empfohlene Strahlparameter für Stahlträger

Parameter Wert
Fraktion 0,5–1,4 mm (Mittel bis Grob)
Strahldruck 6–8 bar
Düsendurchmesser 10–12 mm (Venturi)
Strahlabstand 250–400 mm
Strahlwinkel 60–80°
Erreichbare Rautiefe Rz 60–100 µm
Oberflächengüte SA 2.5 bis SA 3
Verbrauch ca. 15–25 kg/m²

Bei Profilen mit schwer zugänglichen Innenwinkeln — etwa bei HEB-Trägern am Übergang Flansch/Steg — empfiehlt sich eine kleinere Düse (8 mm) und ein etwas erhöhter Druck von 7–8 bar, um das Strahlgut gezielt in die Hohlkehlen zu lenken.

Vorbereitung und Arbeitsablauf bei Stahlkonstruktionen

Schritt 1: Zustandsbewertung

Vor dem Strahlen beurteilen Sie den Ausgangszustand nach DIN EN ISO 8501-1. Die häufigsten Rostgrade bei Stahlträgern im Neubau:

  • Rostgrad A: Walzhaut weitgehend intakt — Standard im Stahlbau
  • Rostgrad B: Beginnende Korrosion unter Walzhaut
  • Rostgrad C: Walzhaut durch Rost abgeplatzt — bei längerer Lagerung im Freien

Schritt 2: Grobentrostung bei starker Korrosion

Bei Rostgrad C oder D sollten Sie lose Rostschichten und Walzhaut-Schuppen vor dem eigentlichen Strahlen mechanisch entfernen. Ein Druckluftmeißel oder Winkelschleifer spart erheblich Strahlmittel — in der Praxis bis zu 30 % weniger Verbrauch.

Schritt 3: Strahlen mit Kupferschlacke

Arbeiten Sie systematisch am Profil entlang: erst Flanschoberseiten, dann Stegflächen, abschließend Flanschunterseiten und Hohlkehlen. So vermeiden Sie, dass bereits gestrahlte Bereiche durch herabfallendes Strahlgut verunreinigt werden.

Schritt 4: Kontrolle der Oberflächengüte

Die erreichte Rautiefe prüfen Sie mit einem Oberflächenvergleichsmuster nach ISO 8503 oder einem digitalen Rautiefemessgerät. Für Beschichtungen nach DIN EN ISO 12944-5 wird typischerweise eine Rautiefe Rz von 50–80 µm spezifiziert.

Typische Einsatzszenarien im Stahlbau

Neubau-Vorbereitung: Stahlträger direkt vom Stahlhandel besitzen Walzhaut, die vor der Beschichtung vollständig entfernt werden muss. Kupferschlacke der Fraktion 0,5–1,0 mm genügt hier in der Regel.

Sanierung bestehender Konstruktionen: Bei der Erneuerung des Korrosionsschutzes an Hallenträgern, Dachbindern oder Fachwerkstützen ist häufig die Fraktion 0,5–2,0 mm erforderlich, um mehrlagige Altbeschichtungen effizient abzutragen.

Feuerverzinkungsvorbereitung: Vor dem Feuerverzinken muss die Stahloberfläche metallisch blank sein. Kupferschlacke bis SA 3 bereitet den Untergrund optimal vor — die Zinkschmelze benetzt die aufgeraute Oberfläche gleichmäßig.

Praxistipps vom Strahlmittel-Profi

  1. Flanschinnenseiten nicht vergessen: Bei doppel-T-Profilen lagert sich Rost bevorzugt in den Innenwinkeln ab. Richten Sie den Strahl gezielt in diese Zonen — mit reduziertem Abstand (150–200 mm).
  1. Kopfbolzendübel abkleben: Falls Kopfbolzendübel bereits aufgeschweißt sind, schützen Sie deren Gewinde mit Klebeband. Kupferschlacke kann bei den üblichen Strahldrücken das Gewinde beschädigen.
  1. Zeitfenster beachten: Nach dem Strahlen auf SA 2.5 muss die Grundierung innerhalb von 4 Stunden (bei Luftfeuchtigkeit > 70 %) bzw. innerhalb eines Arbeitstages aufgetragen werden. Oberflächenrückrostung setzt sonst ein.
  1. Strahlmittelverbrauch kalkulieren: Rechnen Sie bei HEB-Profilen mit etwa 20 kg/m² projizierter Fläche. Die tatsächliche Strahlfläche eines HEB 300 beträgt ca. 1,7 m²/lfm — deutlich mehr als die projizierte Ansichtsfläche.

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