Kupferschlacke Strahlmittel — Anwendung

Schiffsrumpf strahlen mit Kupferschlacke — Entrostung und Antifouling-Entfernung auf der Werft

Schiffsrumpf strahlen mit Kupferschlacke gehört zu den klassischen Kernanwendungen dieses Strahlmittels. Kupferschlacke — ein Nebenprodukt der Kupferverhüttung — wurde ursprünglich auf Werften…

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Schiffsrumpf strahlen mit Kupferschlacke gehört zu den klassischen Kernanwendungen dieses Strahlmittels. Kupferschlacke — ein Nebenprodukt der Kupferverhüttung — wurde ursprünglich auf Werften eingesetzt, wo sie bis heute als Standard-Strahlmittel für die Rumpfentrostung und Antifouling-Entfernung gilt. Das Eisensilikat-Granulat vereint hohe Abtragungsleistung bei SA 2.5 mit einem besonders niedrigen Chloridgehalt unter 25 ppm — eine kritische Eigenschaft im maritimen Korrosionsschutz, da Chloride unter Beschichtungen Osmose und Unterrostung verursachen.

Warum Kupferschlacke der Werft-Standard ist

Die maritime Industrie stellt besondere Anforderungen an Strahlmittel, die kein anderes Material so vollständig erfüllt:

Anforderung Kupferschlacke Begründung
Chloridgehalt < 25 ppm Verhindert osmotische Blasenbildung unter Antifouling
Reinheitsgrad SA 2.5 Standard für maritime Korrosionsschutzsysteme
Einweg-Strahlmittel Kein Rücktransport kontaminierten Granulats von der Werft
Hohe Abtragungsleistung Dicke Antifouling-Schichten und starker Bewuchs
Funkenarmut Sicherheitsrelevant in Tanker-Werftumgebungen
Günstige Entsorgung Als inerter Abfall deponierbar (LAGA Z2)

Typische Strahlarbeiten am Schiffsrumpf

Unterwasserschiff-Entschichtung

Das Unterwasserschiff trägt mehrere Schichten Antifouling-Farbe, die regelmäßig erneuert werden muss. Alte Antifouling-Anstriche — insbesondere Selbstpolierende Copolymer-Systeme (SPC) — müssen vor dem Neuauftrag vollständig entfernt werden. Kupferschlacke in der Fraktion 0,5–2,0 mm bei 7–8 bar Strahldruck bewältigt selbst zehnlagige Altanstriche.

Überwasserschiff-Entrostung

Freibord und Deck-Strukturen sind Spritzwasser und Salzluft ausgesetzt. Rostnarben und Zunderreste unter abblätternder Farbe erfordern gründliche Entrostung bis SA 2.5, bevor das Hochleistungs-Beschichtungssystem erneuert wird.

Ballasttank-Innenstrahlen

Ballasttanks mit Seewasserkontakt unterliegen dem IMO Performance Standard PSPC. Die Innenflächen müssen auf SA 2.5 gestrahlt und anschließend mit einem zugelassenen Beschichtungssystem versehen werden. Kupferschlacke wird hier wegen des niedrigen Chloridgehalts bevorzugt.

Empfohlene Parameter für Schiffsrümpfe

Bereich Fraktion Strahldruck Düse Abstand Verbrauch/m²
Unterwasserschiff (Antifouling) 0,5–2,0 mm 7–8 bar 10–12 mm 15–25 cm 6–10 kg
Freibord (Rost + Farbe) 0,5–1,0 mm 6–7 bar 8–10 mm 15–20 cm 4–6 kg
Ballasttank innen 0,5–1,0 mm 6–7 bar 8 mm 10–15 cm 5–8 kg
Schweißnähte am Rumpf 0,5–1,0 mm 7–8 bar 6–8 mm 10–15 cm 5–7 kg
Deck-Stahlstrukturen 0,5–1,0 mm 5–6 bar 8 mm 15–20 cm 4–6 kg

Schritt-für-Schritt: Schiffsrumpf strahlen

1. Schiff trockenstellen und sichern

Das Schiff wird im Trockendock oder auf einem Schiffsaufzug positioniert. Die Umgebung wird mit Planen und Fangsystemen für verbrauchtes Strahlmittel abgesichert. Umweltschutzauflagen der Werft sind einzuhalten.

2. Bewuchs und lose Schichten entfernen

Muscheln, Seepocken und lose Farbschollen werden mit Hochdruckreiniger und Spachtel vorab entfernt. Dieser Schritt spart erheblich Strahlmittel und beschleunigt den Strahlvorgang.

3. Großflächen-Strahlen mit Druckstrahlkessel

Verwenden Sie einen Druckstrahlkessel mit 200–300 Liter Volumen und einen Kompressor mit mindestens 7.500 l/min Liefermenge. Arbeiten Sie in systematischen Sektionen von der Kiellinie aufwärts.

4. Reinheitsgrad kontrollieren

Prüfen Sie den erreichten Reinheitsgrad mit ISO-8501-1-Vergleichsmustern. Maritime Beschichtungshersteller (Jotun, Hempel, International) fordern durchgehend SA 2.5 als Minimum. Dokumentieren Sie das Ergebnis fotografisch für das Schiffslogbuch.

5. Staubfreiheit und Salzfreiheit prüfen

Neben dem Reinheitsgrad ist die Oberflächensauberkeit entscheidend. Messen Sie die Salzbelastung nach ISO 8502-6 (Bresle-Methode). Die zulässige Grenze liegt bei den meisten Beschichtungssystemen unter 50 mg/m² Natriumchlorid.

6. Beschichtung zeitnah auftragen

In der Werftumgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit und Salzgehalt ist das Zeitfenster für die Beschichtung besonders knapp. Tragen Sie die Grundierung idealerweise innerhalb von zwei Stunden nach dem Strahlen auf — bei Außenarbeiten in Küstennähe sogar innerhalb einer Stunde.

Mengenberechnung für Schiffsrümpfe

Schiffstyp Unterwasserfläche Kupferschlacke-Bedarf Anzahl 25-kg-Säcke
Segelboot (10 m) 15–25 m² 100–200 kg 4–8
Motoryacht (15 m) 30–50 m² 200–400 kg 8–16
Kutter/Trawler 50–120 m² 400–1.000 kg 16–40
Binnenschiff 200–600 m² 1.500–5.000 kg 60–200
Frachtschiff 3.000+ m² Containerware Palettenware

Häufig gestellte Fragen

Chloride (Salze), die unter der Beschichtung verbleiben, ziehen durch Osmose Feuchtigkeit an und bilden Blasen unter der Farbe — ein als osmotische Blistering bekanntes Phänomen. Kupferschlacke mit unter 25 ppm Chlorid minimiert dieses Risiko. Recycelte Strahlmittel oder manche Schlacken anderer Herkunft können deutlich höhere Chloridwerte aufweisen.

Für ein typisches Segelboot mit 10 Metern Länge rechnen Sie mit 100–200 kg Kupferschlacke (4–8 Säcke à 25 kg). Bei stark bewachsenen oder mehrfach überstrichenen Rümpfen liegt der Verbrauch am oberen Ende. Für Motorboote mit größerer Unterwasserfläche planen Sie entsprechend mehr ein.

Im Wasser ist Druckluftstrahlen nicht möglich. Für kleinere Boote genügt ein Bootstrailer oder ein Hebezug. Ab etwa 12 Metern Länge ist ein Trockendock, Schiffsaufzug oder ein Krangplatz mit Stützbock-System erforderlich. Einige Marinas bieten Strahlplätze mit Abwasserauffang an.

Das verbrauchte Kupferschlacke-Granulat samt abgestrahltem Antifouling ist als Sondermüll zu entsorgen, da ältere Antifouling-Systeme Kupfer-, Zinn- oder Zinkverbindungen enthalten. Moderne Werftanlagen verfügen über geschlossene Strahlmittel-Kreislaufsysteme mit kontrollierter Entsorgung.

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