Kupferschlacke Strahlmittel — Anwendung

Gussteile strahlen — Entsanden, Entgraten und Reinigen mit Kupferschlacke

Kupferschlacke ist in Gießereibetrieben und Instandsetzungswerkstätten das Mittel der Wahl zum Strahlen von Gussteilen aus Grauguss, Sphäroguss und Stahlguss. Das Eisensilikat-Granulat entfernt…

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Kupferschlacke ist in Gießereibetrieben und Instandsetzungswerkstätten das Mittel der Wahl zum Strahlen von Gussteilen aus Grauguss, Sphäroguss und Stahlguss. Das Eisensilikat-Granulat entfernt Formsandreste, Grate und Oxidhäute zuverlässig — ohne die Gussstruktur zu beschädigen oder feinmechanische Passungen zu verändern. Mit der richtigen Fraktionswahl erzielen Sie Ergebnisse, die jeder Qualitätsprüfung standhalten.

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Einsatzbereiche beim Gussteil-Strahlen

Die Bearbeitung von Gussteilen mit Strahlmitteln dient drei unterschiedlichen Zwecken — und jeder stellt eigene Anforderungen an die Kupferschlacke-Fraktion:

Entsanden nach dem Guss

Beim Sandgussverfahren verbleiben Formsand-Reste an der Gussteiloberfläche. Thermisch gesinterter Sand haftet besonders hartnäckig in Hinterschneidungen und Kernmarken. Kupferschlacke der mittleren Fraktion löst diese Anhaftungen durch ihre scharfkantige Kornform — wo Glasperlen scheitern, arbeitet Eisensilikat effektiv weiter.

Entgraten von Gussgraten

An den Formteilungsebenen und an Speisern bilden sich Gussgrate, die vor der Weiterverarbeitung entfernt werden müssen. Grobes Kupferschlacke-Granulat (0,5–2,0 mm) bei erhöhtem Druck bricht diese Grate ab und verrundet gleichzeitig die Bruchkanten.

Oberflächen-Reinigung für Beschichtung

Gebrauchte Gussteile — etwa Maschinenständer, Pumpengehäuse oder Ventilkörper — werden vor der Neubeschichtung von Altlack, Korrosion und Betriebsverunreinigungen befreit. Kupferschlacke schafft eine definierte Oberfläche für nachfolgende Grundierungen.

Strahlparameter für verschiedene Gusswerkstoffe

Parameter Grauguss (GJL) Sphäroguss (GJS) Stahlguss (GS)
Fraktion 0,5–1,0 mm 0,5–1,0 mm 0,5–1,4 mm
Strahldruck 4–6 bar 5–6 bar 6–7 bar
Düsendurchmesser 8–10 mm 8–10 mm 10–12 mm
Strahlabstand 200–350 mm 200–350 mm 250–400 mm
Strahlwinkel 60–80° 60–80° 70–85°
Erreichbare Rautiefe 45–70 µm 50–75 µm 55–85 µm
Verbrauch ca. 10–18 kg/m² 12–20 kg/m² 15–22 kg/m²

Wichtig bei Grauguss: Grauguss enthält Lamellengraphit, das bei zu hohem Strahldruck freigelegt wird und eine schwärzliche Oberfläche ergibt. Halten Sie den Druck bei GJL-Teilen unter 6 bar, um ein gleichmäßiges Erscheinungsbild zu erreichen.

Besonderheiten bei der Gussteil-Bearbeitung

Kernreste in Hohlräumen: Sandkerne im Inneren von Gussstücken lassen sich durch Innenstrahlen mit feiner Kupferschlacke (0,2–0,5 mm) über spezielle Lanzen oder Winkeldüsen entfernen. Bei komplexen Hohlraumgeometrien kombinieren Sie Strahlen mit anschließendem Ausblasen per Druckluft.

Gusshaut (Sinterzone): Die äußerste Schicht eines Gussteils besteht aus einer 0,3–1,0 mm starken Sinterzone mit verändertem Gefüge. Falls diese Schicht für die Funktion relevant ist — etwa bei Zylinderbohrungen — strahlen Sie mit reduziertem Druck und feiner Fraktion, um nur die Oberfläche zu reinigen, ohne in die Sinterzone einzudringen.

Maßhaltigkeit: Bei Passungsflächen und Dichtflächen ist die Materialabtragung durch Strahlen relevant. Bei feiner Kupferschlacke (0,2–0,5 mm) und 4 bar Druck beträgt der Oberflächenabtrag weniger als 0,02 mm — in aller Regel vernachlässigbar. Dennoch: Kritische Funktionsflächen vor dem Strahlen abkleben.

Praxistipps für das Gussteile-Strahlen

  1. Gussteile vorwärmen bei Restfeuchte: Gussstücke aus der Sandform enthalten häufig Restfeuchte im Kernbereich. Trocknen Sie die Teile vor dem Strahlen bei 80–100 °C — feuchter Formsand verklumpt mit Kupferschlacke zu schwer entfernbaren Anhaftungen.
  1. Speiserreste vorab abschleifen: Grobe Speiser- und Eingussreste sollten mechanisch entfernt werden, bevor Sie zum Strahlgerät greifen. Der Kupferschlacke-Verbrauch sinkt dadurch deutlich.
  1. Strahlkabine statt Freiluft: Gussteile strahlen Sie idealerweise in einer geschlossenen Kabine. Der anfallende Formsand-Staub ist gesundheitsschädlich (Quarz-Feinstaub) und muss gemäß TRGS 559 abgesaugt werden.
  1. Gussteile nach dem Strahlen sofort konservieren: Frisch gestrahlte Gusseisen-Oberflächen korrodieren durch den Graphitanteil besonders schnell. Tragen Sie Grundierung oder Konservierungsöl innerhalb von 2 Stunden auf.

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