Kupferschlacke Strahlmittel — Anwendung

Edelstahl strahlen mit Kupferschlacke — V2A mattieren, aufrauen und reinigen

Edelstahl strahlen mit Kupferschlacke dient dem Mattieren, Aufrauen und Reinigen von Oberflächen aus V2A (1.4301), V4A (1.4571) und anderen austenitischen Chromnickelstählen. Im Gegensatz zu normalem…

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Edelstahl strahlen mit Kupferschlacke dient dem Mattieren, Aufrauen und Reinigen von Oberflächen aus V2A (1.4301), V4A (1.4571) und anderen austenitischen Chromnickelstählen. Im Gegensatz zu normalem Baustahl rostet Edelstahl dank seiner Passivschicht (Chromoxid) nicht — das Strahlen verfolgt daher andere Ziele: eine gleichmäßig matte Optik (Satin-Finish), ein definiertes Rauheitsprofil für Beschichtungen oder die Entfernung von Fremdrost und Anlauffarben. Die feine Kupferschlacke-Fraktion (0,2–0,5 mm) bei 3–5 bar erzeugt eine kontrollierte Oberflächenstruktur, ohne die Korrosionsbeständigkeit des Edelstahls dauerhaft zu beeinträchtigen.

Einsatzgebiete beim Edelstahl-Strahlen

Mattieren für Design und Architektur

Hochglänzende Edelstahloberflächen blenden im Sonnenlicht und zeigen jeden Fingerabdruck. Das Strahlen erzeugt eine gleichmäßig matte Oberfläche (Satin-Finish), die reflexionsarm ist und eine hochwertige Optik ausstrahlt. Typische Anwendungen: Treppenhausverkleidungen, Aufzugsverblendungen, Designmöbel und Handläufe.

Aufrauen für Beschichtungshaftung

Edelstahl muss für Spezialbeschichtungen (PTFE-Antihaftschichten, keramische Beschichtungen, Gummierungen) aufgeraut werden, damit die Beschichtung mechanisch verankert. Die glatte Edelstahloberfläche bietet ohne Vorbehandlung keine Haftgrundlage.

Fremdrost und Anlauffarben entfernen

Fremdrost entsteht durch Kontakt mit Normalstahl (Werkzeugabrieb, Stahlpartikel, Transport). Anlauffarben (blaue, goldene, braune Verfärbungen) bilden sich an Schweißnähten durch Hitzeeinwirkung. Beide Erscheinungen beeinträchtigen die Optik und können die Passivschicht schwächen.

Lebensmittelindustrie und Gastronomie

Edelstahl-Geräte, Behälter und Arbeitsflächen in der Lebensmittelverarbeitung müssen periodisch grundgereinigt werden. Das Strahlen entfernt eingebrannte Rückstände und Biofilme und erzeugt eine gleichmäßige Oberfläche, die sich leichter reinigen lässt.

Wichtig: Passivierung nach dem Strahlen

Nach dem Strahlen ist die schützende Chromoxid-Passivschicht des Edelstahls vorübergehend geschädigt. Kupferschlacke enthält Eisensilikate, die als metallische Kontamination auf der Oberfläche verbleiben und Fremdrost auslösen können. Daher gilt:

  1. Gestrahlte Edelstahloberfläche innerhalb von 4 Stunden passivieren
  2. Passivierung mit Beize (Salpetersäure/Flusssäure-Gemisch) oder Passivierungspaste
  3. Gründlich mit demineralisiertem Wasser nachspülen
  4. Alternativ: Elektrolytisches Beizen für große Flächen

Empfohlene Strahlparameter

Ziel Fraktion Strahldruck Düsenabstand Winkel Rz-Ergebnis
Leichtes Mattieren (Satin) 0,1–0,4 mm 2–3 bar 25–35 cm 30–40° 10–25 µm
Standard-Mattierung 0,2–0,5 mm 3–4 bar 20–25 cm 40–50° 25–50 µm
Aufrauen für Beschichtung 0,5–1,0 mm 4–5 bar 15–20 cm 55–65° 50–75 µm
Fremdrost entfernen 0,2–0,5 mm 3–4 bar 20–25 cm 50–60° 25–40 µm
Anlauffarben entfernen 0,2–0,5 mm 3–4 bar 15–20 cm 45–55° 25–40 µm

Schritt-für-Schritt: Edelstahl strahlen

1. Oberfläche entfetten

Fett und Öl auf Edelstahl verhindern den gleichmäßigen Kontakt des Strahlmittels mit der Oberfläche. Reinigen Sie mit Aceton oder Isopropanol und lassen Sie vollständig trocknen.

2. Bereiche maskieren

Polierte Flächen, Gewinde, Dichtflächen und Bereiche mit spezifischer Oberflächengüte (z. B. Ra 0,8 bei Pharma-Edelstahl) müssen abgeklebt werden. Gestrahlt wird nur dort, wo die matte Struktur gewünscht ist.

3. Gleichmäßig strahlen

Führen Sie die Düse in parallelen, sich überlappenden Bahnen über die Oberfläche. Halten Sie Geschwindigkeit, Abstand und Winkel konstant — jede Abweichung erzeugt sichtbare Streifigkeit auf der matten Oberfläche. Bei Designanwendungen ist ein absolut gleichmäßiges Finish Pflicht.

4. Oberfläche prüfen

Beurteilen Sie das Strahlergebnis bei Streiflicht. Ungleichmäßigkeiten, Schlieren oder Druckstellen fallen bei Edelstahl sofort ins Auge. Korrigieren Sie fehlerhafte Stellen durch erneutes Strahlen mit identischen Parametern.

5. Passivierung durchführen

Unmittelbar nach dem Strahlen die Oberfläche passivieren (siehe oben). Dieser Schritt ist bei Edelstahl nicht optional — ohne Passivierung tritt Fremdrost innerhalb von Tagen auf und zerstört das matte Finish.

6. Versiegelung oder Klarlack (optional)

Für dekorative Anwendungen kann ein transparenter Schutzlack (Nano-Versiegelung oder PU-Klarlack) die matte Oberfläche konservieren und Fingerabdruckempfindlichkeit reduzieren. In der Lebensmittelindustrie sind nur zugelassene Beschichtungen erlaubt.

Häufig gestellte Fragen

Ja, potenziell. Kupferschlacke enthält Eisensilikate, deren Mikropartikel auf der Edelstahloberfläche verbleiben und bei Feuchtigkeit Fremdrost bilden können. Durch konsequente Passivierung nach dem Strahlen wird dieses Risiko eliminiert. Für besonders kritische Anwendungen (Pharma, Reinraum) werden eisenfreie Strahlmittel wie Glasperlen oder Korund bevorzugt.

Vorübergehend ja — die Passivschicht wird beim Strahlen beschädigt. Durch eine fachgerechte Passivierung baut sich die Chromoxidschicht jedoch innerhalb weniger Stunden vollständig neu auf. Die langfristige Korrosionsbeständigkeit wird nicht beeinträchtigt, sofern die Passivierung zeitnah erfolgt.

Grundsätzlich ja, allerdings mit Einschränkungen. Die Strahlrückstände müssen vollständig entfernt und die Oberfläche passiviert werden. In hygienisch sensiblen Bereichen (Molkerei, Brauerei, Pharma) fordern die EHEDG-Richtlinien Oberflächenrauheiten unter Ra 0,8 µm — diese lassen sich mit feinstem Kupferschlacke-Granulat noch erreichen, erfordern aber anschließendes Elektropolieren.

Die extrafeine Fraktion (0,1–0,4 mm) bei 2–3 bar erzeugt ein feines Satin-Finish ähnlich einer industriellen Schliffoptik (vergleichbar Korn 180–240). Die feine Fraktion (0,2–0,5 mm) bei 3–4 bar liefert eine gröbere Mattierung, die eher einem Schleifbild Korn 80–120 entspricht. Für architektonische Anwendungen ist das feinere Finish bevorzugt.

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