Kupferschlacke Strahlmittel — Anwendung

Aluminium strahlen mit Kupferschlacke — Alu-Teile entlacken, mattieren und aufrauen

Aluminium strahlen mit Kupferschlacke erfordert angepasste Parameter, da Aluminium mit einer Mohshärte von nur 2,5–3 deutlich weicher ist als Stahl. Die richtige Kombination aus feiner Körnung…

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Aluminium strahlen mit Kupferschlacke erfordert angepasste Parameter, da Aluminium mit einer Mohshärte von nur 2,5–3 deutlich weicher ist als Stahl. Die richtige Kombination aus feiner Körnung (0,2–0,5 mm), reduziertem Strahldruck (3–4 bar) und erhöhtem Düsenabstand (20–30 cm) ermöglicht es, Alu-Felgen, Motorgehäuse, Zylinderköpfe und Designelemente sauber zu entlacken, zu mattieren oder für eine neue Beschichtung vorzubereiten — ohne Materialverzug oder übermäßigen Abtrag am Grundwerkstoff.

Besonderheiten bei Aluminium gegenüber Stahl

Aluminium verhält sich beim Strahlen grundlegend anders als Stahl. Wer die Unterschiede kennt, erzielt exzellente Ergebnisse:

Eigenschaft Aluminium Stahl Konsequenz
Mohshärte 2,5–3 7–8 Alu wird schneller abgetragen
Wärmeleitfähigkeit 237 W/mK 50 W/mK Alu verteilt Wärme besser, weniger Verzug
Schmelzpunkt 660 °C 1.536 °C Bei Reibungshitze Aufschmelzgefahr
Oxidschicht Al₂O₃ (Passivschicht) Fe₂O₃ (Rost) Alu-Oxid schützt, muss oft erhalten bleiben
Blechverformung Leicht Mäßig Dünnes Alu-Blech verbiegt sich bei zu hohem Druck

Die wichtigste Regel

Kupferschlacke (Mohshärte 6–7) ist mehr als doppelt so hart wie Aluminium. Jedes Korn, das mit hoher Geschwindigkeit auf die Oberfläche trifft, hinterlässt einen Eindruck. Bei Stahl ist das gewollt (Ankerprofil), bei Aluminium kann es zu übermäßigem Materialabtrag führen. Reduzieren Sie daher immer Druck und Körnung gegenüber den Stahlwerten.

Empfohlene Parameter für verschiedene Alu-Anwendungen

Anwendung Fraktion Strahldruck Düsenabstand Winkel Verbrauch/m²
Alu-Felgen entlacken 0,2–0,5 mm 3–4 bar 20–25 cm 50–60° 2–3 kg
Motorgehäuse reinigen 0,2–0,5 mm 3–4 bar 20–30 cm 45–55° 2–4 kg
Alu-Bleche für Beschichtung aufrauen 0,1–0,4 mm 2–3 bar 25–35 cm 40–50° 1–2 kg
Alu-Guss entsanden 0,5–1,0 mm 4–5 bar 15–20 cm 60–70° 3–5 kg
Alu mattieren (Satin-Finish) 0,1–0,4 mm 2–3 bar 25–30 cm 35–45° 1–2 kg
Eloxalschicht entfernen 0,2–0,5 mm 4–5 bar 15–20 cm 55–65° 3–4 kg

Schritt-für-Schritt: Aluminium strahlen

1. Legierung und Wandstärke prüfen

Alu-Gussteile (z. B. Motorgehäuse, Zylinderköpfe) vertragen mehr Strahldruck als dünnes Alu-Blech. Bei Wandstärken unter 1,5 mm besteht Verformungsgefahr — hier maximal 2 bar verwenden und von der Rückseite abstützen.

2. Empfindliche Bereiche maskieren

Gewinde, Dichtflächen, Lagersitze und polierte Zonen mit Klebeband oder Gummistopfen abdecken. Kupferschlacke-Partikel in Gewinden verursachen Klemmen und können beim Eindrehen Oberflächen beschädigen.

3. Testbereich strahlen

Beginnen Sie an einer unauffälligen Stelle mit den niedrigsten Parametern: feinste Körnung, 2 bar, 30 cm Abstand. Beurteilen Sie das Ergebnis unter gutem Licht. Ist der Abtrag gleichmäßig? Entstehen keine Dellen oder Krater?

4. Großfläche im Niedrigdruck-Verfahren bearbeiten

Führen Sie die Düse in gleichmäßigen, überlappenden Bahnen. Halten Sie den Abstand konstant — bereits 5 cm weniger Abstand erhöhen die Aufprallenergie erheblich. Bei Felgen arbeiten Sie von der Felgenmitte nach außen.

5. Oberfläche kontrollieren

Gestrahltes Aluminium zeigt eine gleichmäßig matte, silbergraue Oberfläche. Ungleichmäßige Stellen deuten auf variierenden Düsenabstand oder Druckschwankungen hin. Strahlen Sie diese Bereiche mit identischen Parametern nach.

6. Sofort passivieren oder beschichten

Gestrahltes Aluminium bildet zwar innerhalb von Minuten eine neue Passivschicht (Al₂O₃), diese ist aber dünn und empfindlich. Für Nasslack oder Pulverbeschichtung tragen Sie zeitnah eine Haftvermittler-Grundierung auf. Für optische Zwecke (Satin-Finish) kann ein Klarlack die Oberfläche dauerhaft konservieren.

Spezialfall: Alu-Felgen strahlen

Alu-Felgen gehören zu den häufigsten Aluminium-Strahlprojekten. Bei der Felgenaufbereitung ist zu beachten:

  • Klarlack und Grundierung müssen vollständig entfernt werden — Reste führen zu Blasenbildung beim Neulackieren
  • Ventilbohrung und Zentrierring abdecken, um Maßveränderungen zu vermeiden
  • Speichenrückseiten nicht vergessen — dort setzt sich besonders hartnäckig Bremsstaub fest
  • Nach dem Strahlen die Felge mit Silikonentferner abwischen, bevor die neue Beschichtung aufgetragen wird

Für eine einzelne PKW-Felge benötigen Sie etwa 5–8 kg Kupferschlacke in der Fraktion 0,2–0,5 mm. Ein 25-kg-Sack reicht somit für drei bis vier Felgen.

Häufig gestellte Fragen

Bei falschen Parametern ja. Zu hoher Druck (über 5 bar), zu grobe Körnung oder zu geringer Abstand führen zu übermäßigem Materialabtrag, Dellen in dünnem Blech und rauen Krater-Oberflächen. Halten Sie sich an die empfohlenen Werte: maximal 4 bar, Fraktion 0,2–0,5 mm, mindestens 20 cm Abstand.

Ja, mit der extrafeinen Fraktion 0,1–0,4 mm bei nur 2–3 bar erzeugen Sie ein gleichmäßiges Satin-Finish auf Aluminium-Oberflächen. Diese matte Optik ist im Möbelbau, bei Designelementen und im Innenausbau beliebt. Versiegeln Sie die Oberfläche anschließend mit Klarlack.

Für eine Nasslack- oder Pulverbeschichtung empfehlen wir dringend eine Haftgrundierung, die speziell für Aluminium formuliert ist (Wash-Primer oder Epoxid-Haftvermittler). Die gestrahlte Oberfläche bietet zwar ein gutes mechanisches Ankerprofil, Aluminium neigt aber dazu, die natürliche Passivschicht zurückzubilden — und auf dieser haftet Standardlack schlecht.

Glasperlen erzeugen ein glatteres, weniger griffiges Finish — ideal, wenn die Felge nur poliert oder verchromt werden soll. Kupferschlacke erzeugt ein raueres Ankerprofil, das für Pulverbeschichtung und Nasslack besser geeignet ist. Für die Entlackung und Neubeschichtung von Felgen ist Kupferschlacke daher die bessere Wahl.

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